kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Westerwelle überraschend im Jemen: Hoffnungszeichen für deutsche Geiseln

zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 13:52

Sanaa (RPO). Für die im Jemen entführten Deutschen gibt es ein Hoffnungszeichen. Die Behörden des Landes kennen nach Aussage von Staatspräsident Ali Abdallah Saleh den Aufenthaltsort der im Juni 2009 entführten fünfköpfigen Familie aus Sachsen, wie der deutsche Außenminister Guido Westerwelle nach einem Treffen mit Saleh in Sanaa mitteilte.

Außenminister Westerwelle: Bild der Lage vor Ort verschaffen.  Foto: AFP, AFP
Außenminister Westerwelle: Bild der Lage vor Ort verschaffen. Foto: AFP, AFP

Westerwelle war am Morgen im Jemen eingetroffen. Das Land ist nach dem gescheiterten Terroranschlag auf eine Passagiermaschine auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit Ende Dezember in den internationalen Fokus gerückt. Der Täter, der 23-jährige Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab, soll zuvor in einem Terrorcamp der Al-Qaida bei Sanaa für den Umgang mit Sprengstoff ausgebildet worden sein.

Westerwelle ist der erste westliche Chefdiplomat, der seit dem gescheiterten Anschlag den Jemen besucht hat. Die Visite war aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden, aber mit den engsten Verbündeten abgesprochen. Im Vorfeld seines Jemen-Besuchs hatte der Minister am Wochenende in mehreren Golfstaaten Möglichkeiten für ein gemeinsames Vorgehen im Anti-Terrorkampf im Jemen ausgelotet. Über den Jemen will die internationale Staatengemeinschaft auch am Rande der internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London beraten.

Thema des Gesprächs mit Präsident Saleh war auch das Schicksal im Jemen verschleppten Familie aus Sachsen. Westerwelle sagte nach dem Treffen, wenn die Angaben stimmten, wonach die jemenitischen Behörden den Aufenthaltsort der Geiseln kennen, sei dies eine "hoffnungsvolle Nachricht". Man setze darauf, dass alles getan werde, um die Geiseln freizubekommen. Die Familie aus Sachsen war zusammen mit zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin am 12. Juni vergangenen Jahres im Jemen verschleppt worden. Die Bibelschülerinnen und die Südkoreanerin wurden wenig später ermordet aufgefunden.

Westerwelle mahnte, der Jemen dürfe "kein Hafen für Terroristen" werden und forderte eine politische Lösung der innenpolitischen Konflikte in dem Land. Bewohner des Südjemen fühlen sich in dem 1990 vereinigten Land vom dominierenden Norden benachteiligt.

Der Außenminister versicherte: "Wir Deutschen sind hier als Freunde". Mit dem Präsidenten habe er auch besprochen, was man im Bereich der Entwicklungshilfe noch mehr tun könne. Deutschland ist derzeit mit rund 40 Millionen Euro pro Jahr das mit Abstand größte europäische Geberland bei der Entwicklungshilfe für den Jemen. Die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes belief sich 2009 zudem auf 1,5 Millionen Euro.

Deutschen Delegationskreisen zufolge hat Westerwelle bei dem Gespräch die jemenitische Führung zu einer guten Regierungsführung aufgerufen. Dazu gehörten die Bekämpfung der Korruption, ein Ausgleich zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sowie Reformen im Jemen. "Es ging ziemlich direkt und ungeschminkt zur Sache", hieß es.

Vor seinem Kurzbesuch im Jemen hatte Westerwelle die Türkei, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) besucht. Am Montagabend wurde der Außenminister zurück in Berlin erwartet.

Quelle: DDP/csr

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen bestehen weiter auf ein konsequentes Nichtraucherschutzgesetz. Zum Weltnichtrauchertag warnen Experten vor ... mehr 

Computervirus

Iran meldet erfolgreiche Bekämpfung von "Flame"

Die iranische Regierung hat nach eigenen Angaben den Computervirus Flame erfolgreich bekämpft. Der iranische Minister für Kommunikation und ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Installation The Italians dream in Rome

Makabre Kunstaktion in Italien

Berlusconi mit Micky-Maus-Pantoffeln im Sarg

Mit einer makabren Kunstharzfigur sorgen zwei italienische Künstler derzeit in Rom für Furore: In einer Ausstellung im Palazzo Ferrajoli zeigen die Künstler den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Leiche in einem Glassarg. mehr

 
 

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

 

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

 
 
Top-Services