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Thailand: Hunderttausende demonstrieren gegen die Regierung

zuletzt aktualisiert: 08.04.2009 - 14:58

Bangkok (RPO). Die Demonstrationen gegen den thailändischen Regierungschef Abhisit Vejjajiva haben eine neue Dimension erreicht. In Bangkok sind am Mittwoch mehr als 100.000 Anhänger des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra auf die Straße gegangen.

In Bangkok haben mehr als 100.000 Menschen gegen die Regierung protestiert.  Foto: AFP, AFP
In Bangkok haben mehr als 100.000 Menschen gegen die Regierung protestiert. Foto: AFP, AFP

Die Demonstranten forderten am Mittwoch den Rücktritt des derzeitigen Regierungschefs. Abhisit kündigte wenige Tage vor dem Asean-Gipfel ein konsequentes Vorgehen gegen gewaltbereite Demonstranten an.

Die wegen ihrer roten Kleidung auch "Rothemden" genannten Thaksin-Anhänger versammelten sich vor dem Regierungssitz und vor der Residenz des 88-jährigen früheren Ministerpräsidenten und Generals Prem Tinsulanonda. Die Demonstranten riefen Parolen wie "Holt Thaksin zurück, werft Abhisit raus". Protestführer Nattawut Saikuar, ein Vertrauter Thaksins, sagte vor der Menge: "Wir sind hier, um die Regierung rauszuwerfen."

Nattawut kündigte an, der bereits seit Ende März andauernde Sitzstreik vor dem Regierungssitz werde bis mindestens Freitag fortgesetzt. Er forderte auch den Rückzug von General Prem, der dem thailändischen König Bhumibol Adulyadej als Berater dient. Eine solche Forderung gilt bei den monarchietreuen Thailändern als Tabubruch. Thaksin wirft Prem vor, im Jahr 2006 seinen Sturz herbeigeführt zu haben.

Friedliche Proteste

Die Proteste verliefen zunächst friedlich. In Bangkok waren rund 10.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs der Stadt wurde in den Abendstunden mit noch mehr Demonstranten gerechnet. Man habe Sorge, dass "Dritte" möglicherweise Bombenangriffe planten, hieß es. Abhisit sagte vor Journalisten, die Regierung werde gegen "Provokateure" entschieden vorgehen. Manche Demonstranten wollten "Chaos auf den Straßen" verursachen.

Die Verschärfung in der seit Monaten andauernden politischen Krise Thailands kommt für Abhisit zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Am Freitag beginnt in dem Badeort Pattaya das Gipfeltreffen des Verbandes Südostasiatischer Staaten (Asean).

Am Dienstag hatte ein Angriff auf den Motorradkonvoi des Regierungschefs in Pattaya Sorge über die Sicherheit der dort erwarteten Staats- und Regierungschefs ausgelöst. Abhisit hob jedoch am Mittwoch hervor, das Treffen werde trotz des Zwischenfalls wie geplant stattfinden. Sämtliche Gipfelteilnehmer hätten ihr Kommen zugesagt.

Der Asean-Gipfel war im vergangenen Jahr schon einmal verschoben worden, als seinerzeit Gegner Thaksins das Regierungsgebäude und die Flughäfen Bangkoks besetzten und damit das öffentliche Leben in Thailand weitgehend lahmlegten. Die Proteste zwangen eine Thaksin-treue Regierung zum Rücktritt und verhalfen Abhisit von der neu gegründeten Demokratischen Partei ins Amt.

Thailand bleibt dennoch weiter tief gespalten: Der gestürzte Thaksin verfügt bei der armen Bevölkerung insbesondere in den ländlichen Gebieten im Norden und Nordosten des Königreichs über großen Rückhalt.

Er wurde wegen Amtsmissbrauchs in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft verurteilt und lebt im Exil, um in seiner Heimat nicht wegen Korruption vor Gericht gestellt zu werden. Hinter Abhisit stehen Royalisten, Gewerkschafter, Geschäftsleute und Vertreter traditioneller Eliten aus Bangkok.

Quelle: AFP

 
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