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  Foto: AP, AP
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Kraftstoffe werden knapp: Hunderttausende Franzosen gehen auf die Straße

zuletzt aktualisiert: 16.10.2010 - 18:13

Paris (RPO). In Frankreich haben erneut hunderttausende Menschen gegen die geplante Rentenreform demonstriert. An landesweit 264 Protestversammlungen beteiligten sich nach Angaben des französischen Innenministeriums am Samstag rund 825.000 Menschen. Wegen der Streiks der Raffinerie-Mitarbeiter bestand Sorge um die Versorgung von Tankstellen und Flughäfen mit Kraftstoff.

Nach Polizeiangaben gingen in der Hauptstadt Paris rund 50.000 Demonstranten auf die Straße und somit rund 13.000 weniger als am vorangegangenen Protesttag vor zwei Wochen. Das Innenministerium erklärte, mit 825.000 Teilnehmern landesweit habe es an diesem Samstag die geringste Beteiligung seit Beginn der Proteste gegen die Rentenreform am 7. September gegeben.

Die Gewerkschaften widersprachen den Angaben: Demnach gingen am Samstag allein in Paris 310.000 Menschen auf die Straße und somit ebenso viele wie vor zwei Wochen. Die Beteiligung im ganzen Land lag nach Schätzungen der Gewerkschaft CGT am Samstag bei "fast drei Millionen". In Frankreich liegen die Angaben von Gewerkschaften und den Behörden zu Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen traditionell weit auseinander.

Bei den größten Massenprotesten der vergangenen Wochen waren am Dienstag nach Angaben der Gewerkschaften rund 3,5 Millionen Menschen auf die Straße gegangen, die Regierung sprach von 1,2 Millionen Demonstranten. Erstmals hatten sich auch viele Schüler und Studenten an den Protesten beteiligt. Die Kundgebungen richten sich gegen die geplante Rentenreform der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, mit der das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre erhöht werden soll. Über das Gesetz soll am kommenden Mittwoch im Senat abgestimmt werden.

Die Polizei war zum behutsamen Umgang mit den Demonstranten aufgerufen. Nachdem bei der Auflösung einer Schul-Blockade bei Paris am Donnerstag ein Schüler schwer verletzt worden war, hatte die Polizeidirektion der Hauptstadt den Einsatz von Gummigeschossen durch die Polizei verboten.

Das französische Umweltministerium befürchtete am Samstag, infolge von Streiks in zehn der zwölf Erdölraffinerien sowie in den Ölhäfen des Landes könne dem Pariser Großflughafen Roissy-Charles de Gaulle zu Beginn der kommenden Woche der Treibstoff ausgehen. Der Kerosinvorrat reiche noch bis Montagabend oder Dienstag, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zeigte sich in der Frage jedoch zuversichtlich. "Die Vorräte reichen noch mehrere Wochen", sagte sie dem Fernsehsender RTL.

Weil auch die Hafenarbeiter in Nantes bis Montagmorgen streiken wollten, konnten am Samstag elf Schiffe nicht auslaufen, wie ein Gewerkschaftsvertreter der Hafenarbeiter mitteilte. Ein am Freitag in Nantes gelandeter Gastanker konnte zudem seine Ladung nicht löschen.

Quelle: AFP/ndi

 
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