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TV-Bericht: Hussein wird vor vier Uhr gehängt

zuletzt aktualisiert: 30.12.2006 - 02:13

Amman (RPO). Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein soll scheinbar noch vor 04.00 Uhr MESZ gehängt werden. Das teilte ein ranghoher irakischer Vertreter, der Regierungschef Nuri el Maliki nahesteht, am späten Freitagabend mit.

Das US-Justizministerium teilte kurz zuvor mit, dass Saddam Husseins Anwälte in letzter Minute bei der US-Justiz versucht hätten, seine Übergabe an die irakischen Behörden zu verhindern. Nach Angaben des US-Außenministeriums befand er sich zunächst noch unter der Kontrolle der US-Behörden. Bei Anbruch der Nacht wurde Bagdad von Explosionen und Schüssen erschüttert.

Der Maliki nahestehende Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Treffen von Vertretern der USA und des Iraks sei vorüber. Es sei entschieden worden, dass Saddam Hussein vor sechs Uhr Ortszeit gehängt werde. Bei dem Treffen sollten die Modalitäten der Hinrichtung besprochen werden. Die Übergabe Saddam Husseins von der Obhut der US-Armee an die irakischen Behörden werde den Ablauf nicht verzögern.

Der Richter am Berufungsgericht, Muni Haddad, sagte AFP, die Hinrichtung stehe "praktisch unmittelbar bevor". Er sei bereits angerufen worden, um sich an den Ort der Hinrichtung zu begeben. "Sie werden ihn vielleicht binnen zwei Stunden hängen." Einer von Saddam Husseins Verteidigern hatte zuvor in der jordanischen Hauptstadt Amman gesagt, der Galgen sei nach seinen Informationen bereits vorbereitet.

Saddam Hussein befand sich bislang unter der Obhut der US-Armee in einem Gefängnis in der Nähe von Bagdad. Seine Anwälte versuchten am Freitag in letzter Minute, die Übergabe an die irakischen Behörden zu verhindern. In ihren Dokumenten hätten sie geltend gemacht, dass Saddam Hussein als "Kriegsgefangener" in US-Gewahrsam sei und deshalb durch die Genfer Konventionen geschützt sein müsse. Er wolle das Todesurteil nicht anfechten, sondern zunächst eine Aussetzung der Vollstreckung erreichen.

Ein Berufungsgericht hatte das Todesurteil für den Ex-Machthaber am Dienstag bestätigt, das Anfang November gefällt worden war. Mit Saddam Hussein sollen sein Halbbruder Barsan el Tikriti und der ehemalige Präsident des Revolutionstribunals, Awad el Bandar, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingerichtet werden. Die drei Männer waren wegen der Ermordung von 148 Einwohnern des Dorfes Dudschail in den 80er Jahren zum Tod durch den Strang verurteilt worden.

Aus Furcht vor einem Ausbruch der Gewalt nach der Vollstreckung des Urteils hatte die Regierung die Sicherheitskräfte des Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Die Sicherheitsbehörden waren wegen der Gewalttaten gewarnt, die es bei der Verkündung der Todesstrafe Anfang November in manchen Landesteilen gegeben hatte. Eine Ausgangssperre, wie sie damals für drei Tage verhängt worden war, wurde auch jetzt nicht ausgesschlossen.

Quelle: afp

 
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