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Barack Obama Nobelpreis Reaktion panorama, AP 2009-0910
  Foto: AP, AP
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Friedensnobelpreis für US-Präsident Obama: "Ich bin überrascht und habe den Preis nicht verdient"

zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 - 18:23

Washington (RPO). Nach der Sensation in Oslo: US-Präsident Barack Obama hat mit Bescheidenheit auf die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis reagiert. "Ich bin sowohl überrascht als auch demütig angesichts der Verleihung des Nobelpreises", sagte Obama am Freitag in Washington.

Er sehe darin keine Auszeichnung seiner eigenen Verdienste, sondern eher eine Bekräftigung der amerikanischen Führungsrolle hinsichtlich "der Bestrebungen aller Nationen nach Frieden". Er habe nicht das Gefühl, dass er es tatsächlich verdiene, in einem Atemzug mit den Preisträgern dieses Preises genannt zu werden. Diese Auszeichnung müsse mit allen geteilt werden, "die nach Frieden und Gerechtigkeit streben", sagte der US-Präsident.

"Der Preis als Aufruf zum Handeln"

Gleichzeitig verwies Obama darauf, dass der Friedensnobelpreis in der Vergangenheit schon mehrmals verliehen worden sei, um bestimmte Prozesse zu fördern. Er sehe den Preis als "Aufruf zum Handeln, als Aufruf an alle Nationen, die gemeinsamen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzugehen." Diese könnten nicht von einer Führungsperson allein bekämpft werden.

Obama bekräftigte seine Forderung nach einer weltweiten Abrüstung von Atomwaffen. "Wir können nicht zulassen, dass Atomwaffen immer weiter verbreitet werden", hob er hervor. Alle Nationen hätten das Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomkraft, damit aber auch die Verantwortung, ihre friedlichen Absichten zu demonstrieren.

Als weiteren Punkt nannte Obama die Klimakatastrophe: "Wir können nicht akzeptieren, dass die Bedrohung des Klimawandels immer größer wird", fügte der US-Präsident hinzu.

Erklärung aus Oslo

Das norwegische Nobelkomitee war sich bewusst, dass seine Entscheidung zugunsten Obamas hochgradig erklärungsbedürftig ist. Sofort nach Bekanntgabe stand die große Frage im Raum: Ist es für diese Ehrung nach nur 37 Wochen im Amt nicht zu früh? Keinesfalls, sagt Thorbjoern Jagland, Chef des Vergabekomitees: "Wenn Sie sich die Geschichte der Nobelpreise ansehen, haben wir sie oftmals vergeben, um Bemühungen der Preisträger zu stärken." In anderen Worten: Der Preis für Obama soll eine Investition in die Zukunft sein.

In seiner Begründung für die Preisvergabe formuliert das Komitee ein Lob und einen Wunsch. Es lobt, dass Obama in seiner Amtszeit "ein neues Klima in der Weltpolitik geschaffen" habe. Es äußert den Wunsch, dass sich daraus greifbare Resultate der Friedenspolitik ergeben mögen.

Ausdrücklich erwähnt werden Obamas Hinwendung zur Diplomatie, seine Initiativen zur Abrüstung und zum Klimaschutz, seine Vision einer Welt ohne Atomwaffen. Unerwähnt ließ das Osloer Komitee den Militäreinsatz in Afghanistan, die wachsenden Zweifel an Obamas Durchsetzungsfähigkeit angesichts des Gezerres um seine Gesundheitsreform, sein absehbares Scheitern bei der angekündigten Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo binnen eines Jahres.

Viele Obama-Kritiker, deren Zahl in den USA rasch steigt, sehen die Preisverleihung als Übersteigerung eines Obama-Kults, bei dem naive Heilserwartungen den Blick auf die harte Realität verstellen. Der Kommentator Iain Martin vom "Wall Street Journal" wertet die Ehrung als "absolut bizarr". Nun könne ein Staatsmann "den Nobelpreis dafür gewinnen, dass er zusagt, irgendwann einmal in der Zukunft Frieden bringen zu wollen", spottet der Publizist. Ein verärgerter Leser kommentierte im Internet-Forum der Zeitung: "Dies ist ein weiterer Versuch der europäischen Eliten, die öffentliche Meinung in Amerika zu beeinflussen."

Quelle: DDP/felt

 
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