Unterwegs mit Jürgen Rüttgers (1): Im Flieger nach Brasilien
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 27.10.2008 - 15:21(RP). NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist für eine Woche mit einer Delegation in Brasilien unterwegs. Er wird in dieser Woche die Metropolen Sao Paulo, Brasilia und Rio de Janeiro besuchen. Dort trifft sich Rüttgers mit deutschen Unternehmern, informiert sich über Umweltprobleme, besucht Sozialprojekte. Was auf der Reise passiert - Gerhard Voogt ist mit dem Ministerpräsidenten unterwegs und schildert seine Eindrücke.
Jürgen Rüttgers trinkt Darjeeling-Tee. Am Nachmittag war er bei der Einweihung der Moschee in Duisburg-Marxloh. Das war es kühl und es hat geregnet. "Was soll's, Wasser ist Leben", sagt der Ministerpräsident zu Weihbischof Franz Grave, der neben ihm sitzt. Beide schmunzeln.
Die Business-Lounge des Frankfurter Flughafens, Sonntagabend. Flug LH 506 nach Sao Paulo ist gleich zum Einsteigen bereit. Die 20-köpfige Delegation aus NRW hat einen Stuhlkreis gebildet. Jürgen Rüttgers trägt seinen bequemen blauen Cordanzug mit dem NRW-Logo. Er berichtet gerade, dass er in Marxloh eine mutige Rede gehalten hat, als ein Beitrag aus Duisburg im TV zu sehen ist. Auch die Türkei müsse jetzt den Bau von christliche Gotteshäuser zulassen, sagt der Ministerpräsident. Der Weihbischof nickt.
Franz Grave ist der Ehrengast der Rüttgers-Delegation. Der Essener ist der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Adveniat. Rüttgers will sich in Südamerika unter anderem über die sozialen Probleme informieren.
Im Stadtgebiet von São Paulo leben rund 10,9 Millionen Menschen. Ein Großteil der Bevölkerung haust in Farvelas, den Slums, die die Stadt umgeben. Der Weihbischof war schon oft in Südamerika. Nicht alle Erlebnisse waren angenehm. Grave berichtet, wie in er in Guatemala von bewaffneten Gangstern ausgeraubt wurde. Die hätten keinen Respekt vor einem Gottesmann gehabt.
São Paulo gehört neben Rio de Janeiro und Recife zu den Städten mit der höchsten Kriminalität in Brasilien. Die südlichen Stadtteile besitzen mit die höchsten Mordraten der Welt, in Jardim Angela liegt die Mordrate bei 166,2 pro 100.000 Einwohner. Jürgen Rüttgers wird in Brasilien von drei Leibwächtern geschützt.
23 Uhr. Pünktlich hebt der Lufthansa-Jumbo in Frankfurt zum elfstündigen Flug ab. Weil in der kommenden Woche ein Formel-Eins-Rennen in São Paulo stattfindet, ist der Jet bis auf den letzen Platz ausgebucht. Auch Udo Jürgens wird an Bord gesichtet.
Nach dem Nachtmahl werden die Passagiere von der Crew aus dem Schlaf gerissen. Ein Steward fragt filmreif, ob vielleicht ein Arzt an Bord der Maschine sei, ein Reisender benötige dringend Hilfe. Später stellt sich heraus, dass jemand Schmerzen in den Beinen hatte.
Eine unbequeme Nacht verbringt Matthias Kopp, der Sprecher der Staatskanzlei. Er sitzt in Reihe 15, dort lassen sich nach einem Elektrik-Ausfall die Sessel nicht verstellen. Lufthansa - "there is no better way to fly", verheißt der Werbeslogan. Von wegen.
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