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Türkischer Nato-Stützpunkt Incirlik
Bundeswehrsoldaten haben keinen Strom und dürfen nicht starten

Incirlik: Bundeswehrsoldaten haben keinen Strom und dürfen nicht s
Die Bundeswehr ist mit Tornados der Luftwaffe im Rahmen des Einsatzes Counter DAESH in Incirlik stationiert. FOTO: dpa, gfh
Berlin . Der gescheiterte Putschversuch türkischer Militärs hat indirekte Auswirkungen auf die 240 auf der Luftwaffenbasis Incirlik stationierten deutschen Soldaten: der Luftraum wurde dort gesperrt und es gab keinen Strom.

Damit blieben die Bundeswehrsoldaten am Boden und arbeiteten in wichtigen Bereichen mit Notstromaggregaten, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Berlin der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Er betonte zu Berichten, der Standort sei abgeriegelt worden, die deutschen Soldaten verließen grundsätzlich nicht die Luftwaffenbasis - auch wenn dies normalerweise mit Ausweiskontrolle möglich sei. Die Sicherheitsvorkehrungen seien auf die höchste Stufe angehoben worden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte am Samstag am Rande einer Veranstaltung in Aachen, die Soldatinnen und Soldaten hätten die Aktivitäten gespürt, seien aber unbeschadet. Das sei das Wichtigste. Die Bundeswehr beteiligt sich von Incirlik aus mit Tornado-Kampfflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Unserer Redaktion sagte die Ministerin, es sei geplant, den normalen Flugbetrieb am Montag wieder aufzunehmen.

Auf die Frage, ob der Putschversuch Auswirkungen auf die künftige Zusammenarbeit von Bundeswehr und türkischem Militär habe, sagt von der Leyen: "Das werden die nächsten Wochen zeigen. Unserer wichtiger Nato-Partner Türkei braucht starke, aber auch voll demokratisch kontrollierte Streitkräfte." Es sei ein gutes Zeichen, dass in den dunklen Stunden die demokratisch gewählten Parteien geschlossen gegen die Putschisten zusammengestanden hätten. "Ich kann nur hoffen, dass Demokratie und Rechtstaatlichkeit in der Türkei jetzt den Platz bekommen, den sie brauchen." Das Land müsse enorme Herausforderungen bewältigen, "den brutalen Terror im Inland, die Kriege an den Grenzen und Millionen Flüchtlinge, die in der Türkei Schutz suchen".

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es zum Stopp der Flüge, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass keine von Putschisten gekaperten Flugzeuge unterwegs seien. "Das ist eine befristete Maßnahme, die keine signifikanten Auswirkungen auf Operationen der Koalition haben wird. Wir haben diese Maßnahme auch mit unseren Kollegen in Washington besprochen und sie haben Verständnis für unsere Sorgen."

Am Nachmittag wurde bekannt, dass der Kommandeur der Luftwaffenbasis  festgenommen worden sein soll. General Bekir Ercan Van werde mutmaßliche Unterstützung des gescheiterten Putschversuchs vorgeworfen, hieß es am Sonntag nach Angaben aus Regierungskreisen.

Einen Hintergrund zur Rolle des Militärs in der Türkei finden Sie hier.

Das Protokoll zu den Ereignissen in der Nacht des Putschversuchs gibt es hier.

Mehr zum Putschversuch in der Türkei lesen Sie in unserem Dossier.

(felt/RP/dpa)
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