Anschläge von Bombay: Indien sieht zwei Pakistaner als Drahtzieher
zuletzt aktualisiert: 04.12.2008 - 14:35Bombay/Islamabad (RPO). Indische Ermittlungsbehörden haben nach eigenen Angaben zwei bekannte pakistanische Extremisten als Drahtzieher der tödlichen Anschläge von Bombay identifiziert. Unterdessen haben die indischen Behörden nach einer Terrorwarnung die Sicherheitsvorkehrungen auf allen großen Flughäfen massiv verschärft.
Zwei pakistanische Führer der Terrororganisation Lashkar-e-Taiba seien die Hintermänner des 60 Stunden währenden Angriffs in Bombay, wie zwei mit der Untersuchung vertraute ranghohe indische Beamte erklärten. Zaki-ur-Rehman und Yusuf Muzammil sollen sich demnach in Pakistan aufhalten und von dort aus bislang Einsätze in Pakistan und der mehrheitlich von Indien kontrollierten Region Kaschmir befehligt haben. Der einzige Überlebende der zehn Attentäter erklärte der Polizei, Lakhvi habe ihn angeheuert. Zudem hätten die Attentäter während des Angriffs mit Muzammil in telefonischer Verbindung gestanden.
Die jüngste Terrorwarnung für Flughäfen bezieht sich vor allem auf die drei größten Drehkreuze des Landes - Bombay, Bangalore und Neu-Delhi. Einzelheiten wurden jedoch nicht mitgeteilt. "Wir sind wie gewöhnlich vorbereitet", sagte der Chef der indischen Luftwaffe, Fali Homi Major. Vor den Flughäfen errichteten die Streitkräfte Straßensperren, in den Terminals patrouillierten verstärkt Soldaten. Zudem wurden die Sicherheitskontrollen ausgebaut. Das Gepäck der Passagiere wurde bereits vor dem Betreten der Terminals zum ersten Mal durchleuchtet.
Rice begrüßt Zusagen Pakistans
Das Verhältnis der beiden Atommächte Indien und Pakistan ist nach dem verheerenden Anschlag gespannt. US-Außenministerin Rice, die in die Region geflogen war, um die Wogen zu glätten, zeigte sich zuversichtlich. Die pakistanische Regierung verstehe die Bedrohung und nehme ihre Verantwortung im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus ernst, sagte Rice. Zardari betonte, es werde nicht zugelassen, dass Pakistan als Ausgangspunkt für Anschläge missbraucht werde. Der Anschlag von Bombay werde auch als Gelegenheit betrachtet, die Bemühungen gegen den Terrorismus zu verstärken.
Zardari versprach eine umfassende Zusammenarbeit mit den indischen Behörden. "Ich werde alles tun, was in meiner Macht liegt." Rice begrüßte die Zusagen der pakistanischen Regierung. Terroristen dürften nicht straffrei bleiben. Die akribische Planung der Anschläge unterstreiche die Dringlichkeit der gemeinsamen Bekämpfung des Terrorismus, sagte Rice. Auf dem Flug von Neu-Delhi nach Islamabad hatte die scheidende Ministerin eine "robuste Antwort" Pakistans auf die Ereignisse in Bombay gefordert, bei denen in der vergangenen Woche innerhalb von drei Tagen 171 Menschen getötet wurden.
In Neu-Delhi sagte Außenminister Pranab Mukherjee am Mittwoch, er habe Rice erklärt, dass "es keinen Zweifel darüber gibt, dass die terroristischen Angriffe in Mumbai (Bombay) von Personen ausgeführt wurden, die aus Pakistan kamen und die von Pakistan aus gesteuert wurden". Die pakistanische Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Weitere Granate in Bombay gefunden
Am Donnerstag - gut eine Woche nach Beginn der Attacke - wurde in einem Mülleimer vor einem Krankenhaus eine nicht explodierte Granate gefunden, die dort offenbar von den Attentätern deponiert worden war. Erst am Mittwoch hatte die Polizei im wichtigsten Bahnhof der Stadt noch zwei Bomben entdeckt. Die indischen Sicherheitsbehörden werden seit dem Anschlag massiv kritisiert.
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