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Terroristen in Neu-Delhi und Kaschmir getötet: Indien: "Spektakulärer" Terroranschlag verhindert

zuletzt aktualisiert: 31.08.2003 - 16:47

Neu-Delhi/Srinagar (rpo). Indischen Sicherheitskräften gelang es offenbar den "spektakulären" Terroranschlag einer propakistanischen Islamistengruppe zu verhindern. In mehrere Aktionen gingen sie gegen Extremisten in Neu-Delhi und Kaschmir vor.

Am späten Samstagabend waren in der indischen Hauptstadt zwei mutmaßliche Mitglieder der von Pakistan aus operierenden islamisch-militanten Gruppe Jaish-e-Mohammed erschossen worden, nachdem bei einer Razzia zuvor zwei Mitglieder der Gruppe mit einem Lastwagen voller Granaten festgenommen worden waren. Begonnen hatten die Aktionen am Morgen im indischen Teil Kaschmirs: Dort töteten Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben den Führer von Jaish-e-Mohammed, Ghazi Baba, sowie ein weiteres Mitglied.

Bei der fast zehnstündigen Schießerei in einem Vorort Srinagars in Jammu-Kaschmir seien auch ein Soldat getötet sowie acht Personen verletzt worden, sagte ein Geheimdienstoffizier der Grenzpolizei. Ghazi Baba gilt den indischen Behörden als Drahtzieher eines Anschlags auf das indische Parlament vor zwei Jahren, bei dem 14 Menschen - darunter fünf Angreifer - getötet wurden. Die Tat hatte fast zu einem Krieg zwischen den Atommächten Indien und Pakistan geführt.

21 Kilo Plastiksprengstoff entdeckt

Zudem hatten Polizisten am Samstag auf dem größten Bahnhof Neu-Delhis eine Tasche mit 21 Kilo Plastiksprengstoff sichergestellt. "Das exakte Ziel des neuen Anschlags sollte den (getöteten) Terroristen erst unmittelbar vor Ausübung der Tat von der Jaish-Führung übermittelt werden", sagte der Leiter der Polizeiaktionen, Niraj Kumar, am Sonntag. "Es wäre etwas Spektakuläres gewesen. Ein Attentat auf eine sehr wichtige Persönlichkeit oder ein Anschlag auf ein Wahrzeichen wie das India Gate oder das Rote Fort."

Jaish-e-Mohammed gehört zu den gefürchtetsten Separatistengruppen in Jammu-Kaschmir und kämpft seit 1989 für die Unabhängigkeit der Provinz oder den Anschluss des überwiegend von Muslimen bewohnten Gebiets an Pakistan.

Verdächtige festgenommen

Am Sonntagmorgen wurden nach Angaben Kumars in Bulandshahar im nördlichen Unionsstaat Uttar Pradesh zwei weitere Verdächtige festgenommen. Zu den Verhaftungen hätten Informationen der am Vortag festgenommenen Jaish-e-Mohammed-Mitglieder geführt, sagte der Polizeichef weiter.

Die Erfolge der indischen Sicherheitskräfte kamen knapp eine Woche nach dem verheerenden Doppelanschlag in Bombay. Bei Detonationen auf einem Basar und vor dem Wahrzeichen Gateway of India waren am Montag 52 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Die indische Regierung machte propakistanische Gruppen für die Anschläge verantwortlich.

Pakistan verurteilte die Angriffe und wies jede Beteiligung daran zurück. Der pakistanische Ministerpräsident Zafarullah Khan Jamali sagte am Samstag in Karachi, "ein oder zwei Terrorangriffe in Indien" sollten die Friedensgespräche der beiden Atommächte nicht behindern.


 
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