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Atommächte: Indien und Pakistan nehmen Gespräche auf

zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 16:16

Islamabad (RPO). Erstmals seit den Terrorangriffen von Mumbai vor gut zwei Jahren wollen die Atommächte Indien und Pakistan ihre Friedensgespräche offiziell wieder aufnehmen. Beide Länder seien bereit, "über alle Themen" mit dem Nachbarn zu sprechen, teilten die Außenministerien in Neu Delhi und Islamabad am Donnerstag mit. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi werde dazu im Juli nach Indien reisen.

Beide Länder führten seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander, 2004 nahmen sie Friedensgespräche auf. Indien brach den Dialog jedoch ab, nachdem in der indischen Metropole Mumbai, dem früheren Bombay, im November 2008 zehn Bewaffnete einen Bahnhof, zwei Luxushotels, ein Touristen-Café und ein jüdisches Zentrum angegriffen hatten und 166 Menschen getötet wurden. Indien machte die Islamisten-Gruppe Lashkar-e-Taiba für die Tat verantwortlich, die Attentäter waren demnach aus Pakistan eingereist.

Erstes Gespräch

Die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche fiel laut pakistanischem Außenministerium bei einem Treffen zwischen der indischen Außenstaatssekretärin Nirupama Rao und ihrem pakistanischen Kollegen Salman Bashir am Sonntag in Bhutans Hauptstadt Thimphu. Das Treffen war das erste Gespräch von hochrangigen Vertretern der beiden Nachbarländer seit Juli vergangenen Jahres.

Vor dem Treffen der Außenminister soll es Gespräche auf Staatssekretärsebene geben. Dabei soll eine Vielzahl von Themen angesprochen werden, darunter auch die Fortschritte in Pakistan im Prozess gegen sieben Angeklagte im Zusammenhang mit den Anschlägen von Mumbai sowie den Dauerkonflikt um die Himalaya-Region Kaschmir. Die Liste der Diskussionspunkte entspreche weitestgehend denen vor Aussetzung der Gespräche, hieß es. Nach Angaben des indischen Außenamtssprechers Vishnu Prakash sollen die Gespräche "in den kommenden Wochen" beginnen.

"Vertrauensdefizit verringern"

Prakash wollte zunächst allerdings nicht bestätigen, dass es sich um eine vollständige Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen handele. "Das ist immer noch ein schrittweiser Ansatz, der notwendig ist, um das Vertrauensdefizit zu verringern", sagte Prakash.

Die internationale Gemeinschaft hatte beide Länder gedrängt, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren, um die Spannungen in der ohnehin unbeständigen Region zu mildern. Experten warnen jedoch vor zu hohen Erwartungen.

"Es ist kein Nachteil, sich mit Pakistan einzulassen, aber Indien sollte sich keine Illusionen machen", sagte der frühere indische UN-Botschafter T.P. Sreenivasan. "Ministerpräsident Manmohan Singh hat immer dazu geneigt, sich auf Pakistan einzulassen, um die Gespräche fortzuführen, aber jedes Mal geht es schief", sagte Sreenivasan. Zudem bleibe die als Untätigkeit wahrgenommene Haltung Pakistans bei der Verurteilung der Mumbai-Attentäter ein Hindernis.

Auch der emeritierte Professor der für südasiatische Studien an der Universität Jawaharlal Nehru in Neu Delhi, Kalim Bahadur, warnte vor Hoffnungen auf einen sofortigen Durchbruch. "Im Moment kann niemand wirklich sagen, was bei diesen Gesprächen herauskommt", sagte Bahadur AFP. "Das sogenannte Vertrauensdefizit ist immer noch sehr groß, deshalb sehe ich nicht, wohin das kurzfristig führen soll."

Quelle: AFP

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