Terror in Bombay: Indien verlangt Auslieferung von Verdächtigen
zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 - 10:28Bombay (RPO). Indien stellt nach den Terroranschlägen in Bombay Forderungen an Pakistan. Das Nachbarland soll 20 Verdächtige ausliefern. Eine entsprechende Liste mit Namen sei bereits an den pakistanischen Hochkommisar in Indien übergeben worden, wie Außenminister Pranab Mukherjee mitteilte.
Die zehn bewaffneten Männer, die Bombay in der vergangenen Woche drei Tage lang in Angst und Schrecken hielten, wurden in Lagern ausgebildet, die von der extremistischen pakistanischen Organisation Lashkar betrieben wurden. Der einzige überlebende Angreifer, Ajmal Qasab, sagte bei seiner Vernehmung, die Gruppe habe mehr als ein halbes Jahr lang in deren Lagern trainiert und Nahkampftechniken erlernt. Bei den Überfällen auf zwei Luxushotels und andere Ziele wurden 172 Menschen getötet und 239 verletzt.
Unter den von Indien genannten Verdächtigen ist auch Masood Azhar, der 1999 aus einem indischen Gefängnis freigepresst wurde - dazu hatten Extremisten eine Maschine der Indian Airlines in ihre Gewalt gebracht. Indien erwarte, dass Pakistan entschlossen gegen diese Elemente vorgehe, sagte der Sprecher des indischen Außenministeriums, Vishnu Prakash.
Die indische Regierung steht nach dem Terrorüberfall aber auch selbst unter massivem Druck, da den Behörden Versagen vorgeworfen wird. So soll der Geheimdienst bereits im September von der Anschlagsplanung informiert gewesen sein. Ministerpräsident Manmohan Singh bereit am Dienstag mit Sicherheitsbeauftragten über mögliche Pannen.
Bei einem Bombenanschlag in der nordostindischen Region Assam wurden am Dienstag mindestens drei Menschen getötet und 29 verletzt. Die Bombe explodierte nach Angaben der Behörden in einem Zug im Bahnhof von Diphu, 300 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Gauhati.
Der mit einem Zeitzünder versehene Sprengsatz befand sich in einer Tasche in der Gepäckablage eines Zugabteils. Die Behörden vermuten, dass der Anschlag von der Nationalen Befreiungsfront Karbi Longri verübt wurde, die im Namen einer ethnischen Minderheit für mehr Autonomie kämpft.
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