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Gemeinsamer Industriepark
Südkorea will Großprojekt mit Nordkorea beenden

Industriepark Kaesong: Südkorea will Großprojekt mit Nordkorea beenden
Der Industriepark Kaesong hat seit Aufnahme des Betriebs 2003 für Nordkorea Bargeld in Höhe von umgerechnet 458 Millionen Euro abgeworfen. FOTO: dpa, lb bjw sh
Seoul. Südkorea will als Reaktion auf den Raketenstart Nordkoreas die Produktion in dem gemeinsam betriebenen Industriepark Kaesong aussetzen.

Damit könne Nordkorea keine harte Währung mehr aus dem Komplex ziehen und diese anschließend für die Entwicklung von militärischer Technologie verwenden, sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Hong Yong Pyo am Mittwoch. Seinen Worten zufolge hat der Park seit Aufnahme des Betriebs 2003 für Nordkorea Bargeld in Höhe von 616 Milliarden Won (458 Millionen Euro) abgeworfen.

Der Industriekomplex liegt auf nordkoreanischem Gebiet. Dort lassen südkoreanische Unternehmen mit Hilfe von rund 50.000 niedrig entlohnten Nordkoreanern unter anderem Textilien und Haushaltsgeräte produzieren. Er ist das letzte größere gemeinsame Projekt zwischen Südkorea und dem abgeschotteten, kommunistischen Nachbarland.

Zwischen den beiden Koreas herrscht seit Ende des Koreakriegs 1953 ein Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde nicht geschlossen.

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eigenen Angaben zufolge mit einer Langstreckenrakete einen Satelliten ins All gebracht. Dies sorgte international für große Empörung. Dem Land sind durch UN-Resolutionen jegliche Nuklearversuche oder Tests mit ballistischen Flugkörpern verboten. Die USA und Südkorea betrachten derartigen Starts als den Test militärischer Langstreckenraketen, mit denen Nordkorea die USA erreichen könnte.

(gol/ap)
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