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Freilassung nach vier Monaten: Irak: Französische Geiseln in Paris gelandet

zuletzt aktualisiert: 22.12.2004 - 22:18

Paris (rpo). Sicher zu Hause angekommen: Die beiden entführten französischen Journalisten, Christian Chesnot und Georges Malbrunot, landeten um 18.26 Uhr auf dem Luftwaffenstützpunkt Villacoublay in der Nähe von Paris. Staatspräsidenten Jacques Chirac empfing die beiden Männer dort, für deren Freilassung kein Lösegeld an die Iraker bezahlt werden soll. Dies bekräftigte Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Mittwoch noch einmal.      

Einen Tag nach ihrer Freilassung sind die beiden im Irak entführten französischen Journalisten in ihre Heimat zurückgekehrt. Chesnot und Malbrunot waren am 20. August auf einer Fahrt in die irakische Stadt Nadschaf entführt und vier Monate lang von Extremisten festgehalten worden.

Langer Weg nach Hause

Nach viermonatiger Geiselhaft haben die beiden französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot am Mittwoch den Irak verlassen. Auf dem Weg nach Paris landete ihr Flugzeug am Nachmittag auf Zypern. Dort trafen die Reporter mit Außenminister Michel Barnier zusammen, der sie nach Frankreich begleitete. Chesnot und Malbrunot waren am Dienstag überraschend freigelassen worden.

Nach einem halbstündigen Zwischenstopp hob die Maschine mit Chesnot und Malbrunot von Paphos auf Zypern in Richtung Paris ab. Chesnots Chef Jean-Paul Cluzel, Generaldirektor von Radio France, sagte, die beiden Journalisten seien wohlauf, sie seien während ihrer Geiselhaft "einigermaßen gut" behandelt worden.

Der 38 Jahre alte Chesnot ist  Mitarbeiter von Radio France Internationale. Der drei Jahre ältere Malbrunot arbeitet für die Tageszeitung "Le Figaro" arbeitet. Ihr ebenfalls entführter syrischer Fahrer Mohammed al Dschundi kam bereits im November frei.

Gute Nachricht

Der arabische Sender Al Dschasira erhielt am Dienstag eine Erklärung der Organisation Islamische Armee im Irak. Darin hieß es, die beiden Franzosen seien freigelassen worden, nachdem sich gezeigt habe, dass sie keine Spione der USA seien. Zudem seien die Appelle zahlreicher islamischer Gruppen sowie die US-kritische Haltung der französischen Regierung ausschlaggebend gewesen.

Die Geiselnehmer hatten ursprünglich die Aufhebung des Kopftuchverbots an französischen Schulen gefordert; das neue Gesetz trat wie geplant im September in Kraft. Raffarin bezeichnete die Freilassung als "Ergebnis beständiger, schwieriger und diskreter Arbeit". Es sei kein Lösegeld gezahlt worden, die Verhandlungen seien über Mittelsmänner gelaufen. Der sozialistische Abgeordnete Jean-Marc Ayrault sagte: "Wir haben uns nicht erpressen lassen. Ungeachtet politischer, religiöser oder philosophischer Standpunkte sind alle zusammengerückt."

Tatsächlich nahm ganz Frankreich großen Anteil an dem Geiseldrama. Mehrere Zeitungen druckten tägliche Berichte. Prominente wie die Schauspielerinnen Catherine Deneuve und Juliette Binoche hielten jeden Tag eine kleine Radioansprache, um die Zuhörer an das Schicksal der Journalisten zu erinnern. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hängte zwei riesige Plakate mit den Porträts von Chesnot und Malbrunot am Pariser Rathaus auf. Diese wurden am Mittwoch abgenommen.

Quelle: ap

 
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