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Irak
Mossul ist vollständig vom IS befreit

Irak: So sieht Mossul nach der Befreiung vom IS aus
Irak: So sieht Mossul nach der Befreiung vom IS aus FOTO: afp, AHR
Mossul . Die irakischen Regierungstruppen haben Mossul nach Regierungsangaben vollständig von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert.

Regierungschef Haider al-Abadi beglückwünsche die Armee zu diesem "großen Sieg", erklärte Abadis Büro am Sonntag.

Auch der US-Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des Islamischen Staats (IS), Brett McGurk, spricht von einem "Sieg" der irakischen Sicherheitskräfte in der ehemaligen IS-Hochburg Mossul. Er kommentierte die Meldung, dass Ministerpräsident Haidar al-Abadi in der Stadt eingetroffen sei, auf Twitter mit den Worten: "Ministerpräsident Al-Abadi trifft in Mossul ein, um den Sicherheitskräften und den Irakern zu ihrem Sieg über den IS in der Stadt zu gratulieren".

Mossul ist die zweitgrößte Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 überrannt und von dort aus ein islamistisches "Kalifat" in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen. Die irakischen Truppen hatten im Oktober mit der Rückeroberung von Mossul begonnen. Der Ostteil der Stadt wurde im Januar zurückerobert, einen Monat später begann der Militäreinsatz im Westteil der Stadt.

Mossul - das Zentrum der sunnitischen Araber

Die frühere Millionenstadt Mossul liegt rund 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bagdad am Ufer des Tigris.
Neben großen Erdölraffinerien ist dort auch die Textilverarbeitung von wirtschaftlicher Bedeutung. Schon in seiner frühen Geschichte war das bedeutende Zentrum auf der Handelsroute zwischen Indien, Persien und dem Mittelmeer bekannt für Lederprodukte und feine Baumwollstoffe - der Stoff Musselin ist nach Mossul benannt.

Mossul ist ein Zentrum sunnitischer Araber. Der Ort war aber immer auch Heimat anderer Ethnien und Konfessionen wie Christen, Kurden, Turkmenen oder Jesiden. In der Hauptstadt der Provinz Ninawa sollen noch etwa 1,5 Millionen Menschen leben.

Mossul wird seit Jahren von Gewalt und Terror erschüttert. Nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Saddam Hussein im Jahr 2003 flohen viele Anhänger des gestürzten Regimes nach Mossul. Etliche von ihnen engagierten sich später in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)
gegen die schiitisch dominierte neue Regierung in Bagdad.

Im Juni 2014 brachte der IS die Millionenstadt unter seine Kontrolle und errichtete ein Terrorregime. Rund 30.000 Soldaten sollen vor nur 800 anrückenden militanten Islamisten geflohen sein.

In der Großen Moschee von Mossul rief der Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, Muslime weltweit auf, in die Region zu kommen und ihn beim Dschihad zu unterstützen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt als "Kalif" des vom IS in Teilen Syriens und des Iraks ausgerufenen Kalifats.

Wie in anderen eroberten Regionen vernichteten die Extremisten auch in Mossul Dutzende historische Denkmäler. Im städtischen Museum wurden Jahrtausende alte Statuen aus assyrischer Zeit zerstört. Angesichts der anrückenden irakischen Soldaten sprengten sie zuletzt auch die Große Moschee, damit dieses Symbol ihrer Herrschaft nicht in die Hand der mehrheitlich schiitischen Regierungstruppen fällt.

(felt/dpa/AFP)
 
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