Vizepräsident führt Gespräche: Irak will im Atomstreit vermitteln
zuletzt aktualisiert: 10.06.2006 - 08:59Teheran (rpo). Der Irak hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, im Atomstreit zwischen seinem Nachbarland Iran und dem Westen zu vermitteln. Der irakische Vizepräsident Adel Abdel Mehdi hat sich bereits mit Botschaftern Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs sowie mit dem iranischen Chefunterhändler getroffen.
Mehdi habe am Freitag in Teheran den iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani zu einem mehr als dreistündigen Gespräch getroffen, sagte ein Vertrauter der irakischen Regierung am Samstag in der iranischen Hauptstadt der Nachrichtenagentur AFP. "Er bemüht sich um Vermittlung im Atomstreit." Mehdi werde weitere iranische Regierungsvertreter treffen.
In wessen Auftrag der irakische Vizepräsident sich als Vermittler einschaltete, wollte der Vertraute der irakischen Regierung nicht sagen. Mehdi hatte den Angaben zufolge am Donnerstag in Bagdad die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs getroffen, deren Länder um eine diplomatische Lösung im Atomstreit mit dem Iran ringen.
Derzeit liegt der iranischen Regierung ein Verhandlungsangebot der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands vor. Es ermöglicht dem Iran die zivile Nutzung der Atomenergie und den Zugang zu entsprechender Technologie und bietet zudem wirtschaftliche Anreize, insbesondere im Energiesektor. Als Gegenleistung muss der Iran die Urananreicherung aussetzen. Dies lehnt Teheran allerdings ab.
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