Spontane Massenbewegung: Iraker drohen Bush mit noch mehr Schuh-Angriffen
zuletzt aktualisiert: 15.12.2008 - 12:23Bagdad (RPO). Hunderte Iraker sind spontan auf die Straße gegangen, um den Schuhwurf auf George W. Bush zu feiern. Ein irakischer Journalist hatte auf einer Pressekonferenz mit seinem Fußwerk auf den Präsidenten gezielt und ihn nur knapp verfehlt. Der TV-Reporter wird nun im Land gefeiert wie ein Held. Der Schuh ist das neue Zeichen des Protests.
Die Bewegung des radikalen Schiitenpredigers Moktada Sadr lobte am Montag die "spontane Aktion eines irakischen Bürgers, der seine Unzufriedenheit gezeigt hat". Im Bagdader Stadtteil Sadr City gingen Hunderte Menschen auf die Straße und drohten Bush mit weiteren Schuhwürfen. Auf zwei vorbeikommende Fahrzeuge der US-Armee prasselte reihenweise Schuhe nieder.
Der TV-Journalist Muntaser el Saidi hatte den US-Präsidenten bei einer Pressekonferenz am Sonntag mit seinen Schuhen beworfen, sein Ziel allerdings verfehlt. Dabei rief er: "Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!". Die irakische Regierung verurteilte die Attacke als "schändlichen Akt" und forderte Saidis Arbeitgeber, den Privatsender El Bagdadia zu einer Entschuldigung auf.
Die Verwantwortlichen des Senders verlangten von den Behörden dagegen die sofortige Freilassung Saidis und beriefen sich dabei auf die "Demokratie und Meinungsfreiheit, die die US-Regierung dem irakischen Volk versprochen hat".
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