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US-Soldaten sollen gezielt Zivilisten getötet haben: Irakisches Kabinett fordert Entschuldigung für Massaker

zuletzt aktualisiert: 02.06.2006 - 06:55

Bagdad (rpo). Nach Ermittlungen von US-Behörden erhärtet sich der Verdacht, dass US-Soldaten bei einer Militäroffensive in der irakischen Stadt Haditha etwa zwei Dutzend Zivilisten grundlos getötet haben. Die irakische Regierung hat nun eine offizielle Entschuldigung und baldige Bestrafung der Verantwortlichen gefordert. Zudem sollen die betroffenen Familien finanziell entschädigt werden.

Zuvor hatte die Regierung eine eigene Untersuchung der Vorgänge in Haditha angekündigt, die auch andere Vorfälle im Irak einschließen soll, an denen US-Soldaten beteiligt waren. Ministerpräsident Nuri al-Maliki bezeichnete den Vorfall in Haditha als "ein furchtbares Verbrechen".

Die US-Streitkräfte haben mindestens zwei eigene Ermittlungen eingeleitet. US-Präsident George W. Bush sicherte am Donnerstag die vollständige Offenlegung der Untersuchungsergebnisse zu. "Wenn es ein Fehlverhalten gibt, werden Leute zur Rechenschaft gezogen", sagte er nach einer Kabinettssitzung.

Die Hinweise auf ein Massaker von US-Marineinfanteristen in Haditha verdichten sich unterdessen. US-Ermittler kommen in einem vorläufigen Bericht zu dem Schluss, dass mehrere Offiziere ihren Vorgesetzten falsche Angaben über den Vorfall machten. Das meldete die Zeitung "Washington Post". In einem von mehreren Fernsehsendern ausgestrahlten Video schilderte ein zwölfjähriges Mädchen das Vorgehen von US-Marineinfanteristen, die mehr als zwei Dutzend Zivilpersonen getötet haben sollen.

Quelle: ap

 
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