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Verhandlungen mit dem Iran
Atom-Abkommen soll am Montag stehen

Die Atomanlagen im Iran
Die Atomanlagen im Iran FOTO: AFP, AFP
Wien. Es geht offenbar nur noch um Details. Das lange verhandelte Atomabkommen mit dem Iran steht offenbar vor seiner Unterzeichnung. Am Montag soll es soweit sein. In den USA gibt es bereits zaghafte Kritik.

Nach jahrelangen und zähen Debatten wollen die Verhandlungspartner im Atomstreit mit dem Iran am Montag ein historisches Abkommen verkünden. Noch in der Nacht zum Montag wollten die Teilnehmer der Gespräche aus Teheran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland ein vorläufiges Abkommen abschließen, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Es soll knapp 100 Seiten lang sein. Nähere Informationen dazu wurden am frühen Montagmorgen noch nicht publik. Andere Unterhändler sowie Mitglieder des US-Kongresses äußerten leise Zweifel am dem Zeitplan.

Auch zwei Diplomaten, die bei den Gesprächen in Wien vor Ort waren, mahnten, dass noch über einige letzte Details verhandelt werde und dass auch noch aus Teheran oder einer der anderen Hauptstädte ein Einspruch kommen könnte. Die Regierungen der verhandelnden Länder müssen die Einigung aus Wien erst noch abnicken.

Der lange Streit um das iranische Atomprogramm

"Wir arbeiten hart, aber ein Abkommen heute Nacht ist einfach logistisch unmöglich", sagte ein iranischer Diplomat. Und auch ein US-Regierungsvertreter betonte, es gebe noch große Hürden zu überwinden.

Ein Abkommen würde einen Abschluss der seit fast zehn Jahren andauernden diplomatischen Bemühungen um eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms bedeuten. Ziel der Verhandlungen ist es, dem Iran langfristig den Bau von Nuklearwaffen technisch unmöglich zu machen. Die Regierung in Teheran will im Gegenzug die Aufhebung internationaler Wirtschaftssanktionen erreichen.

Das sind Ergebnisse des Atomdeals mit dem Iran

Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, äußerte am Sonntag seine Zweifel zu dem Abkommen. Wie andere Abgeordnete ließ er anklingen, dass US-Präsident Barack Obama große Hürden im Kongress in Washington erwarten wird, sollte eine endgültige Einigung mit dem Iran erreicht werden. "Dies wird ein teurer Verkauf für die Regierung werden", sagte der Republikaner der Nachrichtensendung "Fox News Sunday".

Gehakt hatte es in den vergangenen Tagen unter anderem daran, wie lange es dauern sollte, bis die Beschränkungen auf den Import von Nukleartechnologie und andere Embargos gegen Teheran aufgehoben werden, wie aus Verhandlerkreisen verlautete. Auch an mehreren anderen Detailfragen wurde noch geschraubt. Seit eine erste Frist für ein Abkommen Ende März verfehlt wurde, setzten die Verhandlungspartner dreimal ein neues Zieldatum fest – zuletzt bis zu diesem Montag.

(ap)
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