Fünf Leichen zunächst nicht freigegeben: Iran attackiert nach Unruhen den Westen
zuletzt aktualisiert: 29.12.2009 - 13:17Teheran (RPO). Nach den jüngsten blutigen Unruhen in Teheran hat die Regierung den Westen beschuldigt, die Protestbewegung im Iran zu schüren. Das Außenministerium berief den britischen Botschafter ein, um ihm eine Beschwerde zu übergeben.
Der Sprecher des Ministeriums, Ramin Mehmanparast, sagte am Dienstag, die Proteste seien das Werk einer kleinen Minderheit. Staaten wie die USA und Großbritannien, so sagte der Sprecher, würden sich "verrechnen", wenn sie sich auf die Seite der regierungsfeindlichen Proteste stellten.
Am Montag kritisierte auch US-Präsident Barack Obama das Vorgehen der iranischen Regierung, die Demonstranten mit "der eisernen Faust der Brutalität" angegriffen habe. Er würdigte "den Mut und die Überzeugung des iranischen Volks" und forderte die sofortige Freilassung der Inhaftierten. Mindestens 300 Menschen wurden bei den Protesten zum schiitischen Aschura-Fest am Sonntag festgenommen.
Nach Angaben der Behörden kamen acht Menschen ums Leben. Die Leichen von fünf oppositionellen Demonstranten wurden nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zunächst nicht für die Bestattung freigegeben. Sie sollen erst obduziert werden. Darunter befindet sich auch die Leiche des Neffen von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi. Die iranischen Behörden wollen mit der Anordnung einer Obduktion möglicherweise verhindern, dass es bei der Beerdigung der Toten erneut zu Protesten kommt.
Verhaftungen gehen weiter
Nach den blutigen Unruhen in Teheran dauert die Verhaftungswelle weiter an. Betroffen waren die Schwester von Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und ein Mitglied der Familie von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi. Die Medizinprofessorin Noushin Ebadi wurde am Montagabend in ihrem Haus in Teheran von vier Geheimdienstagenten abgeholt und ins Gefängnis gebracht.
Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi sagte in London, ihre Schwester werde nur deswegen bestraft, weil sie mit ihr telefoniert habe. "Sie war gewarnt worden, nicht mit mir in Kontakt zu treten", sagte die Menschenrechtsanwältin. "Sie war weder politisch aktiv noch an irgendeiner Kundgebung beteiligt."
Auf Webseiten der Oppositionsbewegung wurde von weiteren Festnahmen berichtet, unter ihnen Mussawis Schwager Schapur Kasemi und der kritische Journalist Maschallah Schamsolwaesin. Ein
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