Bau nach 14 Jahren abgeschlossen: Iran baut erstes Atomkraftwerk
zuletzt aktualisiert: 25.02.2009 - 14:39Buschehr (RPO). Nach jahrzehntelanger Bauzeit ist das erste Atomkraftwerk im Iran fertiggestellt worden. Der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, verkündete am Mittwoch nach einem Besuch der Anlage in Buschehr, der Bau sei abgeschlossen, der Reaktor werde nun ohne atomare Brennstäbe getestet. Bei den von Russland 1995 übernommenen Bauarbeiten hatte es zahlreiche Verzögerungen gegeben.
"Die Bauphase des Atomkraftwerks ist abgeschlossen, wir sind nun in der Phase vor der Inbetriebnahme, die eine Kombination aus komplexen Abläufen ist", sagte Kirijenko. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamresa Aghasadeh, nannte keinen genauen Termin für die Inbetriebnahme des Reaktors in der Hafenstadt am Persischen Golf. Die Tests würden allerdings vier bis sieben Monate in Anspruch nehmen, sagte er.
87 Tonnen nuklearer Brennstoff stehen bereit
Der Ingenieur Mohsen Schirasi sagte, in den vergangenen zehn Tagen sei anstelle von nuklearen Brennstäben Blei in den Reaktor gegeben worden. Mit diesem Verfahren werde geprüft, ob der Reaktor dem Gewicht von Brennstoff standhalte. Die atomaren Brennstäbe, die später die Anlage am Laufen halten, werden von Russland geliefert. Sie befinden sich bereits in der Nähe des Reaktors und stehen unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
Nach Angaben des Vize-Chefs der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Saidi, hat Russland für den Start der Anlage 87 Tonnen nuklearen Brennstoff geliefert. Die gebrauchten Brennstäbe muss der Iran an Russland zurückgeben. Die Fertigstellung des 1000-Megawatt-Meilers hatte sich wiederholt verzögert. Die Gesellschaft Atomstrojexport, die mit dem Bau des Atomkraftwerks betraut war, hatte die Inbetriebnahme ursprünglich für das Jahr 2008 angekündigt.
In den 70er Jahren war der Auftrag zum Bau des Atomkraftwerks an den deutschen Siemens-Konzern gegangen. Nachdem Siemens sich zurückgezogen hatte, wurde der Auftrag 1995 an Russland übergeben. Nicht zuletzt hatte jedoch der Streit um das iranische Atomprogramm zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten geführt.
Vor allem die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomkraft am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Wegen der Weigerung Teherans, die Anreicherung von Uran zu stoppen, und wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der IAEA hat der UN-Sicherheitsrat in den vergangenen Jahren mehrfach Sanktionen gegen den Iran verhängt. Angereichertes Uran wird für Atomkraftwerke benötigt, aber auch für den Bau von Atomwaffen.
Laut dem IAEA-Bericht aus der vergangenen Woche setzt Teheran die Urananreicherung fort, hat diese Aktivitäten aber reduziert. Inspektoren der UN-Behörde haben festgestellt, dass der Iran 839 Kilogramm niedrig angereichertes Uran angehäuft hat. Nach Angaben der iranischen Regierung kommen dazu weitere 171 Kilogramm aus diesem Monat. Teheran begründet die Anreicherung von Uran mit seinem Recht auf die zivile Nutzung von Atomkraft.
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