Raketentests, See-Blockade: Iran lässt die Muskeln spielen
zuletzt aktualisiert: 02.01.2012 - 14:29Teheran (RPO). Der Iran demonstriert militärische Stärke und hat nach eigener Darstellung zwei Langstreckenraketen erfolgreich getestet. Die Tests waren der Höhepunkt eines zehntägigen Militärmanövers im Persischen Golf. Auch eine Blockade der Straße von Hormus wurde geprobt. Israel zeigte sich indes wenig beeindruckt von den iranischen Tests.
Eine Rakete vom Typ "Kader" habe wie geplant ein Ziel im Golf zerstört, sagte Vize-Marinekommandeur Mahmud Mussawi am Montag dem staatlichen Fernsehen. Demnach wurde die Rakete von der Küste abgefeuert. Bei einer zweiten Rakete vom Typ "Nur" habe es sich um eine Boden-Boden-Rakete gehandelt. Die "Kader" hat eine Reichweite von etwa 200 Kilometern, wird aber vom Iran als Langstreckenrakete bezeichnet. Bereits am Wochenende testete der Iran eine neue Rakete.
Der Iran ist das viertwichtigste Erdölförderland der Welt.
Im Falle einer Ausweitung der internationalen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Streit über ihr Atomprogramm hat die Islamische Republik mit der Sperrung der Straße von Hormus gedroht. Bei dem jüngsten Manöver sei jedoch "kein Befehl zur Schließung der Straße von Hormus gegeben worden. Wir sind aber auf verschiedene Szenarien vorbereitet", sagte Marine-Chef Habibollah Sajari dem Fernsehen zufolge.
Die Fünfte Flotte der US-Marine, die in Bahrain stationiert ist, hat bereits erklärt, eine Schließung der Wasserstraße nicht hinzunehmen. Sowohl die USA als auch Israel haben einen Militärschlag gegen den Iran als letztes Mittel nicht ausgeschlossen, sollten andere Bemühungen zur Lösung des Atomkonflikts erfolglos verlaufen.
Israel zeigte sich von der militärischen Bedeutung der Raketentests seines Erzfeindes unbeeindruckt. Mit den Tests versuche der Iran zu demonstrieren, dass er in der Lage sei, es mit der von den USA geführten Militärpräsenz des Westens im Golf aufnehmen zu können, sagte Vizeministerpräsident Mosche Jaalon.
"Das könnte aber nicht einmal als wirklich fairer Kampf zwischen beiden Seiten bezeichnet werden", sagte er. Die Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor müssten verschärft und die Drohung mit einem Militärschlag glaubhaft aufrecht erhalten werden.
Hintergrund ist der Streit über das iranische Atomprogramm:
Vor allem westliche Länder verdächtigen das ölreiche Land, an Atomwaffen zu forschen, was die Regierung in Teheran bestreitet.
Nach ihrer Darstellung dient das Programm der Energieerzeugung.
In dem Streit erwägt die Europäische Union, den USA zu folgen und den Import iranischen Rohöls zu verbieten. Der Konflikt hat bereits die Märkte verunsichert. Trotz der neuen Raketentests notierten die Rohölpreise auf den internationalen Märkten am Montag jedoch nur wenig verändert.
Von einem Handelsverbot für iranisches Öl wären in der Europäischen Union vor allem Italien, Spanien und Griechenland betroffen, die nach Angaben der Internationalen Energieagentur in Paris zu den größten Importeuren in Europa zählen. Der weltweit größte Käufer von Erdöl aus der Islamischen Republik ist China, gefolgt von Indien und Japan.
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