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Außenminister: "Zu uneingeschränkten Kontrollen bereit": Iran räumt Uran-Fund ein

zuletzt aktualisiert: 29.09.2003 - 20:24

Teheran/New York (rpo). In einer zweiten Atomanlage im Iran sind Spuren hochangereicherten Urans gefunden worden. Das räumte die iranische Regierung am Montag erstmals ein. Jedoch sei das Material nicht im Land selbst angereichert worden.

Nach den Worten von Außenminister Kamal Charrasi ist Iran bereit, uneingeschränkte Kontrollen sämtlicher Atomanlagen zuzulassen.

"Wir haben vor den Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nichts zu verbergen", sagte er vor Journalisten in New York. Bevor die Regierung ein entsprechendes Zusatzprotokoll über ausgedehntere Kontrollen unterzeichne, brauche sie jedoch die Garantie, dass mit der Unterschrift der Konflikt um das Atomprogramm beendet sei. Die EU-Außenminister forderten dagegen in einer gemeinsamen Erklärung vom Montag eine Ratifizierung "ohne Bedingungen".

Frist bis zum 31. Oktober eingeräumt

Die USA und andere westliche Staaten werfen Iran vor, heimlich ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Die IAEA hat Iran eine Frist bis zum 31. Oktober eingeräumt, bis dahin soll Teheran Beweise vorlegen, dass das Atomprogramm nur zum Zweck der Energiegewinnung und nicht zur Produktion von Atomwaffen aufgelegt wurde.

Charrasi bekräftigte am Montag, das Atomprogramm seines Landes diene nicht dem Bau von Waffen. Regierungssprecher Abdollah Ramesansadeh sagte zuvor in Teheran, das Land habe das Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie und werde darin keine Kompromisse eingehen.

Ausländische Diplomaten hatten in der vergangenen Woche erklärt, IAEA-Inspekteure hätten in der Fabrik Kalai-e Electric winzige Spuren waffenfähigen Urans entdeckt. Zuvor waren bereits in der Atomanlage Natans Partikel hoch angereicherten Urans gefunden worden.

Aufforderung der Europäischen Union

Der Teheraner Gesandter bei der IAEA, Ali Akbar Salehi, erklärte im staatlichen iranischen Fernsehen, Vertreter Irans und der IAEA seien über den Fund an beiden Stätten überrascht gewesen, da für die Produktion solchen Urans zahlreiche Zentrifugen und viel Zeit nötig seien. "Die IAEA und wir wissen, dass es in Iran derartige Aktivitäten nicht gegeben hat."

Eine offizielle Erklärung der UN-Behörde gab es am Montag nicht. Ein Diplomat in Wien sagte jedoch, die Erklärung sei nicht völlig abwegig. Als wahrscheinliches Ursprungsland des angereicherten Urans gilt unter IAEA-Diplomaten Pakistan.

Die Europäische Union forderte Teheran erneut auf, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Iran müsse das Zusatzprotokoll der IAEA ohne Bedingungen unterzeichnen, ratifizieren und umsetzen, hieß es in einer Erklärung der EU-Außenminister. "Ein nuklearer Rüstungswettlauf in dieser Region wäre das schlimmste, was man sich vorstellen kann", sagte der deutsche Außenminister Joschka Fischer nach Ende der Beratungen in Brüssel.


 
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