| 13.43 Uhr

Berichte über Tote und Verletzte
Angriffe auf Parlament und Mausoleum in Teheran

Tote und Verletzte in Teheran: Selbstmordattentäter sprengen sich in die Luft
Teheran. Bei Angriffen auf das Parlament und das Chomeini-Mausoleum in Teheran soll es am Mittwoch mindestens zwölf Tote und mehrere Verletzte gegeben haben. Laut Medienberichten haben sich drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der Islamische Staat reklamierte die Tat für sich. 

Vier bewaffnete Männer sollen am Mittwochmorgen mit Maschinengewehren ins Parlament eingedrungen sein. Ein Wachmann wurde von den Attentätern erschossen. Die Angreifer im Parlament verschanzten sich den Berichten zufolge im vierten Stock eines Bürogebäudes. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, es würden vier Personen in den oberen Stockwerken des Gebäudes als Geiseln festgehalten. Sie hatte sich aber auf einen Informanten vor Ort berufen und darauf verwiesen, dass die Angaben nicht durch Sicherheitskreise bestätigt worden seien. 

Auch im Chomeini Mausoleum in Südteheran sollen drei Bewaffnete um sich geschossen haben. Dabei soll es zwei weitere Tote gegeben haben. 

Anschläge auf Parlament und Mausoleum in Teheran FOTO: dpa, OWE htf

Bei den Angriffen sollen sich insgesamt drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt haben. Einer der bewaffneten Angreifer im Parlament habe in einem Bürogebäude einen Sprengstoffgürtel gezündet, meldete das iranische Staatsfernsehen Irib am Mittwoch. Kurz darauf berichtete der Sender, ein zweiter Angreifer habe sich am Mausoleum von Republikgründer Ayatollah Ruhollah Khomeini in die Luft gesprengt. An dem Grabmal im Süden der Hauptstadt hatte sich bereits zuvor eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt. 

Die Lage ist unübersichtlich, die Zahl der Toten und Verletzten musste von den Rettungskräften am Mittag bereits mehrfach nach oben korrigiert werden: Nach derzeitigem Stand wurden mindestens 33 Menschen verletzt, von denen zwei wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlagen. Daher war am Mittag zunächst von insgesamt fünf Todesopfern die Rede.

Am Nachmittag sagte Pir-Hossein Koliwand, Leiter des iranischen Katastrophenschutzes, dem Sender Irib, dass sämtliche Angreifer getötet wurden und sprach von insgesamt zwölf Toten. 

Situation falsch eingeschätzt 

Der Anschlag ereignete sich, während die Abgeordneten gerade eine Sitzung abhielten. Fernsehbilder zeigten, wie die Parlamentarier ungerührt ihre Debatte fortsetzten, während draußen Schüsse zu hören waren. Parlamentspräsident Ali Laridschani bezeichnete die Angriffe als "nebensächliche Angelegenheit" und zeigte sich überzeugt, dass die Sicherheitskräfte damit fertig werden würden.

Der Iran war in den vergangenen Jahren weitgehend verschont worden von Anschlägen. Die schiitische Regionalmacht ist aktiv an den Konflikten im Irak und Syrien beteiligt. Es gab immer wieder Drohungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und anderer sunnitischer Extremistengruppen gegen den Iran, doch verübten sie bisher keine größeren Anschläge im Land.

Die Bluttat vom Mittwochmorgen hat die Extremisten-Miliz laut Medienberichten inzwischen für sich reklamiert. "Kämpfer" des IS hätten das Mausoleum und das Parlament angegriffen, gab das IS-Sprachrohr Amaq am Mittwoch bekannt. 

(das/mro/REU/AFP)
 
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