Aufwendiges Militärmanöver: Iran übt den Schutz der Atomanlagen
zuletzt aktualisiert: 22.11.2009 - 12:24Tehera (RPO). Die iranische Flugabwehr hat am Sonntag ein großangelegtes Militär-Manöver gestartet, auf dem der Schutz der Atomanlagen des Landes geübt werden soll. An der Übung sind nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna neben den regulären Streitkräften auch die Revolutionsgarden beteiligt. Das Manöver soll dem Bericht zufolge fünf Tage dauern.
Das Manöver erstreckt sich auf ein Drittel des iranischen Territoriums, inbesondere in der Mitte, im Westen und im Süden. Das seien die Regionen, in denen es Atomanlagen gebe, sagte der Kommandeur der iranischen Flugabwehr, General Ahmad Mighani.
Der Iran will damit offenbar auch nach außen militärische Stärke demonstrieren, nachdem sich der Streit um das Atomprogramm der Islamischen Republik wieder zuzuspitzen droht. Sollte der Iran angegriffen werden, so werde er zurückschlagen, sagte Modschtaba Solnur, ein Kleriker der Revolutionsgarden, am Samstag im Vorfeld des Manövers. Iranische Raketen würden im Herzen der israelischen Stadt Tel Aviv einschlagen, noch bevor sich der Staub gelegt habe, den "die Raketen des Feindes" im Iran aufwirbelten, sagte er.
Weder die USA noch Israel haben einen Militär-Einsatz gegen den Iran ausgeschlossen, falls sich der Atomkonflikt nicht auf diplomatischem Wege lösen lassen sollte. Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das und hat erklärt, das Atomprogramm lediglich für zivile Zwecke zu betreiben.
Der Iran lehnte unlängst einen Vorschlag der Internationalen Atomenergieagentur IAEA ab, niedrig angereichertes Uran für medizinische Zwecke im Ausland aufbereiten zu lassen. Irans Botschafter bei der IAEA erklärte sich jedoch zu weiteren Gesprächen bereit. Das Material sei für die Strahlentherapie von Krebskranken überlebenswichtig, sagte Ali Asghar Soltanieh dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Sein Land brauche "Garantien dass wir für unser Uran auch den Brennstoff bekommen". Angesichts der Erfahrungen in den vergangenen 30 Jahren habe der Iran aber allen Grund zum Misstrauen und lasse sich nicht mit seinem Brennstoffproblem erpressen. "Wenn uns das Ausland nicht hilft, werden wir gezwungen sein, unser Uran selbst höher anzureichern."
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