Teheran hat keine Angst vor Ölembargo: Iran will wieder über Atomprogramm verhandeln
zuletzt aktualisiert: 05.01.2012 - 18:37Teheran (RPO). Der Iran hat sich zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm bereiterklärt. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi sagte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu, er halte die Türkei für den besten Ort für neue Gespräche. Auf das drohende Ölembargo der Europäischen Union reagierte die Regierung in Teheran derweil gelassen.
"Wir sind bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen", sagte Salehi. Davutoglu hatte der iranischen Regierung nach eigenen Angaben zuvor eine Nachricht der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton übermittelt, in der sie um eine Antwort Teherans auf ihren im Oktober abgeschickten Brief bat. Darin hatte Ashton dem Iran mitgeteilt, dass die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats - die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China - sowie Deutschland zu neuen Gesprächen bereit seien.
Zuletzt war der Iran vor zwei Jahren zu Verhandlungen über sein Atomprogramm mit der sogenannten 5+1-Gruppe zusammen. Damals konnte aber kein Ergebnis erzielt werden. Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, mit seinem Nuklearprogramm nach einer Atombombe zu streben.
Keine Angst vor Sanktionen
Auf das drohende Importembargo der EU für iranisches Erdöl reagierte die Regierung in Teheran derweil gelassen. "Der Iran ist immer gewappnet, um solchen feindlichen Aktionen entgegenzutreten", sagte Salehi. "Wir sind keineswegs beunruhigt." Dem Land sei es über Jahrzehnte gelungen, Sanktionen des Westens zu überstehen "und wir werden es auch diesmal schaffen".
Wirtschaftsminister Schamseddin Hosseini sagte laut der Nachrichtenagentur Irna, die drohenden Sanktionen seien "ein wirtschaftlicher Krieg gegen uns". Der Verantwortliche für internationale Beziehungen bei der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC, Mohsen Ghamsari, sagte iranischen Medienberichten zufolge, für den Fall von Sanktionen seien "die nötigen Maßnahmen getroffen" worden. Bei fehlendem Angebot könne der Westen das iranische Öl ohnehin nicht sanktionieren.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die EU sich im Grundsatz auf ein Ölembargo gegen den Iran verständigt hat. Die EU-Außenminister könnten die Sanktion demnach bei ihrem geplanten Treffen am 30. Januar beschließen. Der Iran exportiert jährlich Erdöl im Wert von rund 100 Milliarden Dollar (knapp 77 Milliarden Euro), 18 Prozent davon liefert er an EU-Staaten.
Großbritannien warnt vor Blockade der Hormus-Straße
Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond hat den Iran vor einer Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus gewarnt. Jeder derartige Versuch wäre illegal und erfolglos, erklärte Hammond am Donnerstag bei seinem ersten Besuch im Pentagon in Washington. Dort traf er mit seinem US-Kollegen Leon Panetta zu Gesprächen zusammen. Die Präsenz der britischen und amerikanischen Kriegsmarine im Persischen Golf stelle den Handel an der Straße von Hormus sicher, erklärte Hammond.
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