| 10.29 Uhr

1200 Kilogramm für Reaktoren
Iran zum Austausch von Uran bereit

Offizielle und inoffizielle Atommächte
Offizielle und inoffizielle Atommächte FOTO: ddp
Teheran (RPO). Im Atomstreit ist der Iran nach eigenen Angaben zu einem Austausch von leicht angereichertem Uran bereit. Dafür soll das Land stärker angereichertes Material für Kraftwerke bekommen.

Für 1200 Kilogramm Uran mit niedrigem Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent wolle sein Land für den Forschungsreaktor in Teheran 120 Kilogramm Brennmaterial erhalten, das auf 20 Prozent angereichert ist, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Mittwoch der Zeitung "Dschawan". Voraussetzung sei jedoch, dass die Übergabe "zeitgleich" und auf iranischem Boden erfolge.

Teheran hatte im Oktober einen Vorschlag der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) abgelehnt, nach dem 1200 Kilogramm schwach angereichertes Uran zunächst nach Russland geliefert, in Frankreich auf 20 Prozent angereichert und dann in den Iran zurückgeliefert werden sollte.

Teheran wies den Vorschlag mit Verweis auf fehlende Garantien zur Lieferung des höherwertigen Brennstoffs zurück. Anders als der Westen dringt der Iran auf einen zeitgleichen Austausch auf iranischem Boden.

Im Februar begann der Iran selbst damit, Uran auf 20 Prozent anzureichern. Um Uran waffenfähig zu machen, ist ein Anreicherungsgrad von 80 bis 90 Prozent nötig. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich an Atomwaffen zu bauen.

Teheran betont dagegen den rein zivilen Charakter seines Atomprogramms. Derzeit bereitet der Westen, vor allem die USA, Frankreich und Großbritannien, neue Sanktionen vor, um die mangelnde Kooperation des Iran im Atomstreit zu bestrafen.

(AFP/top)
 
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