IRA-Waffenversteck gefunden: Irland: Protestantische Paramilitärs gegen Gewalt
zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 - 16:42Belfast (rpo). Die größte protestantische Paramilitärvereinigung in Nordirland, die Ulster Defense Association (UDA), will der Gewalt endgültig abschwören und sich wieder am Friedensprozess in der britischen Unruheprovinz beteiligen. Unterdesssen hat ein neu entdecktes Waffenlager der IRA gezeigt, dass die Untergrundorganisation sich entgegen ihrer Ankündigungen nicht vollständig entwaffnet hat.
Ab sofort werde die UDA "jeder militärischen Handlung" abschwören und sich nur noch sozialen und gemeindepolitischen Anliegen widmen, kündigte ein Vertreter des UDA-Sprachrohrs "Politischen Forschungsgruppe" am Sonntag bei einer Gedenkfeier für die Opfer der Weltkriege am nördlichen Stadtrand von Belfast an. Ziel ist es nach seinen Worten, darauf hinzuarbeiten, dass die UDA eines Tages "nicht mehr benötigt wird".
Die pro-britische Extremistenbewegung steht im Verdacht, in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die katholische Untergrundorganisation IRA mehr als 400 Menschen getötet zu haben. Zudem soll sie in zahlreiche kriminelle Unternehmungen - vor allem in den Drogenhandel - verwickelt sein. Ein von der UDA erklärter Waffenstillstand wurde von der britischen Regierung vor drei Jahren für ungültig erklärt und die Miliz von allen politischen Verhandlungen zwischen den Parteien ausgeschlossen. Erst am Freitag erkannte die britische Regierung die UDA wieder als Partei im Friedensprozess an. Laut übereinstimmenden Informationen wollte der britische Nordirlandminister Paul Murphy am Montag neue Investitionen in Nordirlands protestantischen Hochburgen in Höhe von umgerechnet 4,5 Millionen Euro ankündigen.
IRA-Waffenlager in Belfaster Vorort entdeckt
Unterdessen entdeckte die Polizei in einem Haus in Belfasts katholischem Vorort Twinbrook ein mutmaßliches IRA-Waffenversteck. Darin seien größere Mengen von Munition für Kalaschnikow-Sturmgewehre gefunden worden, sagten Ermittler am Sonntag. Nach ihren Angaben gestand der Besitzer, dass sie der katholischen Untergrundbewegung IRA gehören. Die Untergrundbewegung habe die Waffen entgegen ihren offiziellen Ankündigungen, sich vollständig zu entwaffnen, in den vergangenen sechs Jahren aus Russland eingeschmuggelt.
Der Abgeordnete der größten Protestantenpartei DUP, Ian Paisley junior, warf der IRA daraufhin Täuschung vor. Sie rede zwar vom Frieden, sei aber jederzeit zum Krieg bereit. Die DUP des radikalen Pfarrers Ian Paisley senior war im November vergangenen Jahres als stärkste Kraft aus den Wahlen zur Regionalversammlung hervorgegangen. Sie lehnt Verhandlungen mit dem politischen IRA-Arm Sinn Fein ab.
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