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Angaben aus Russland
IS-Anführer al-Bagdadi ist möglicherweise tot

IS-Anführer al-Bagdadi möglicherweise tot
Dieser undatierte Screenshot aus einem Video zeigt den IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi (Archivbild). FOTO: dpa, wok
Moskau. Der Anführer der IS-Terrormiliz al-Bagdadi könnte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums getötet worden sein. Al-Bagdadi gilt als "unsichtbarer Scheich" – und macht diesem Namen derzeit alle Ehre.

Das russische Verteidigungsministerium prüfe Berichte, wonach Abu Bakr al-Bagdadi bei einem russischen Luftangriff in der Nähe der syrischen Stadt Al-Rakka Ende Mai ums Leben gekommen sein könnte. Das teilte das Ministerium am Freitag in Moskau mit. Der Angriff soll in der Nacht auf den 28. Mai stattgefunden haben. Al-Bagdadi habe an dem Abend den Informationen zufolge an einem Treffen mit anderen Anführern des Islamischen Staates (IS) teilgenommen. Sie sollen Routen geplant haben, um die Stadt zu verlassen. Auch andere Anführer sollen bei dem Angriff getötet worden sein.

Abu Bakr al-Bagdadi macht seinem Ruf als "unsichtbarer Scheich" alle Ehre. Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat regiert sein zunehmend schrumpfendes "Kalifat" auf syrischem und irakischem Boden aus dem Verborgenen heraus. Nur selten tritt der IS-Chef in der Öffentlichkeit auf. Lange war unklar, wie Al-Bagdadi aussieht, bis er überraschend wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mossul auftauchte und die Freitagspredigt hielt. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Diese stellten sich später als falsch heraus.

Selbsternannter Nachfolger des Propheten

Al-Bagdadi sah sich als selbst ernannter "Kalif Ibrahim" in der Nachfolge des Propheten Mohammed. Mit dem Kalifentitel ist der Anspruch verbunden, Führer der gesamten islamischen Gemeinschaft zu sein. Das Kalifat bezeichnet das Herrschaftsgebiet des Kalifen.

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak. Die USA hatten zuletzt im Dezember 2016 ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar (22,43 Millionen Euro) auf Al-Bagdadi ausgelobt.

(oko/dpa)
 
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