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Waffensystem Iskander
Russland verlegt Raketen nach Kaliningrad

Iskander: Russland verlegt Raketen nach Kaliningrad
Fahrzeuge mit Iskander-Raketen bei einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau. FOTO: ap, AZ
Moskau. Russland hat Berichte über die Verlegung von Iskander-Raketensystemen in die Exklave Kaliningrad bestätigt. Sie haben eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern. Polen reagiert mit großer Sorge.

Die Systeme seien für Trainingszwecke mehr als einmal in das Gebiet um das frühere Königsberg gebracht worden und dies sei auch in Zukunft geplant, sagte Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag. Die Raketen seien mit einem Schiff in die Ostseeexklave Kaliningrad gebracht worden, sagte er der Agentur Tass zufolge.

Zuvor hatte bereits der litauische Außenminister Linas Linkevicius estnische Medienberichte über die Verlegung bekräftigt. Damit wolle Russland nach seiner Einschätzung Druck auf den Westen und die Nato machen, meinte der Minister des baltischen Nato-Staates. Die Allianz verstärkt derzeit ihre Präsenz im osteuropäischen Bündnisgebiet.

Russland hatte in den vergangenen Jahren immer wieder gedroht, Raketen an der Grenze zur EU in Kaliningrad zu stationieren. Die Iskander-Raketen haben eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern.

Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sagte in Warschau, Russlands Aktivitäten seien "sehr alarmierend". Er wollte die Iskander-Raketen in Kaliningrad jedoch nicht bestätigen. Estnische Medien hatte zuvor berichtet, dass die Raketen auf einem zivilen russischen Schiff auf der Ostsee unterwegs seien.

Die osteuropäischen Länder sehen sich seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 in ihrer Sicherheit bedroht. Zudem organisierte Russland an den Grenzen zu den osteuropäischen Nato-Staaten eine Reihe großer Manöver.

Die Nato stationiert deshalb in den drei baltischen Staaten und Polen ab 2017 jeweils ein Bataillon mit bis zu tausend Soldaten.

 

(dpa)
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