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Vergifteter Ex-Spion wird beigesetzt: Islam-Gerüchte um Litvinenko bestritten

zuletzt aktualisiert: 07.12.2006 - 12:20

London (RPO). Ein Freund des vergifteten Ex-Spions Alexander Litvinenko bestreitet Gerüchte, nach denen der ehemalige Agent zum Islam übergetreten sein soll. Litvinenko sei nicht religiös gewesen. 

Angehörige und Freunde versammelten sich am Donnerstag zur Beisetzung des russischen Ex-Spions in London. Litvinenkos Freund Alexander Goldfarb widersprach Berichten, dass der Verstorbene kurz vor seinem Tod zum Islam übergetreten sei. Dies sei falsch. Litvinenko sei nicht religiös gewesen, und die Beisetzung werde keine religiöse Zeremonie sein.

Die britischen Ermittlungen in Moskau gestalten sich unterdessen schwierig. Am Dienstag hatte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika betont, die Scotland-Yard-Ermittler dürften bei Verhören lediglich anwesend sein. Eine Auslieferung von Verdächtigen nach Großbritannien schloss Tschaika aus.

Die russischen Behörden verweigern den Briten auch ein Treffen mit dem wegen Geheimnisverrats inhaftierten Ex-Agenten Michail Trepaschkin, der in einem Brief von einem angeblichen groß angelegten Komplott gegen Litvinenko berichtet hatte. Der stellvertretende Justizminister Wladimir Kolesnikow sprach sich in der Zeitung "Kommersant" für eine eigene russische Untersuchung der Affäre aus.

Litvinenko starb am 23. November in einem Londoner Krankenhaus nach einer Vergiftung mit dem radioaktiven Polonium-210. Auf dem Sterbebett beschuldigte der 43-Jährige den russischen Präsidenten Wladimir Putin, seine Ermordung in Auftrag gegeben zu haben. Putin hat dies zurückgewiesen.

Nachdem die britische Polizei den mysteriösen Tod Litvinenkos zunächst als ungeklärten Todesfall betrachtete, ermittelt sie inzwischen offiziell wegen Mordes. Es gebe aber noch keine Folgerungen hinsichtlich der Mittel, Motive oder der Identität möglicher Verantwortlicher.

Quelle: ap

 
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