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Militärische Niederlage
Islamischer Staat verliert Ramadi an irakische Armee

Islamischer Staat verliert Ramadi an irakische Armee
Ein irakischer Soldat zeigt die irakische Flagge in Ramadi. FOTO: afp, mcp
Ramadi. Die irakische Armee hat nach eigenen Angaben die Großstadt Ramadi vom IS zurückerobert und der Terrormiliz damit eine ihrer größten Niederlagen zugefügt. 

"Ramadi wurde befreit und die Anti-Terror-Einheiten der Streitkräfte haben die irakische Fahne über dem Regierungsviertel gehisst", hieß es in einer Stellungnahme des Militärs, die am Montag im Staatsfernsehen veröffentlicht wurde. Die "heldenhafte Armee" habe Ramadi aus den "Klauen des IS" gerissen, der die Hauptstadt der Provinz Al-Anbar seit Mai gehalten hatte. Das Regierungsviertel der Stadt war dort der letzte Rückzugsort der Dschihadisten gewesen.

Es war zunächst unklar, ob sich noch einzelne IS-Kämpfer in der Stadt befinden. Videoaufnahmen des kurdischen Fernsehsenders Rudaw zeigten eine vom Häuserkampf gezeichnete Stadt mit vielen zerstörten Häusern und Wohnblöcken. Kampfgeräusche sind auf dem Material nicht zu hören.

Die irakischen Regierungstruppen hatten am Dienstag mit internationaler Luftunterstützung einen Großangriff auf das Zentrum Ramadis begonnen. Die Eroberung der Stadt mit rund 300 000 Einwohnern wäre ein bedeutender Erfolg des irakischen Militärs, das im Mai aus Ramadi vertrieben worden war. Der Verlust Ramadis, das vor allem von Sunniten bewohnt wird, markierte eine schwere Niederlage der Streitkräfte und zog eine Debatte über den Zustand der irakischen Armee nach sich.

Für den IS bedeutet die Vertreibung aus Ramadi eine der größten Niederlagen neben dem Verlust der nordirakischen Stadt Tikrit Ende März. Damals konnte die irakische Armee die Stadt mit Hilfe schiitischer Milizen aus der Gewalt der Terrormiliz befreien.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach am Montag von einem "wichtigen Erfolg" der Regierung von Ministerpräsident Haidar al-Abadi. "Nach Tikrit, Baiji, Sindschar ist Ramadi die vierte größere Stadt im Irak, die von irakischen Kräften zurückerobert worden ist. Mehr als ein Viertel des im Irak noch vor einem Jahr gehaltenen Territoriums musste IS inzwischen wieder aufgeben."

Das Ende der Terrorherrschaft des IS sei aber noch lange nicht erreicht, so Steinmeier. Zudem erklärte der Außenminister, er habe der irakischen Regierung bei seinem Besuch vor drei Wochen 20 Millionen Euro für den Aufbau und die Versorgung befreiter Gebiete zugesagt.

"Der heutige Erfolg ist ein stolzer Moment für den Irak", erklärte Steve Warren, der Sprecher des US-Militärs in der Region. Die internationale Koalition habe dabei mit mehr als 630 Luftangriffen auf den IS, der Ausbildung einiger irakischer Einheiten und Ausrüstung zur Bombenentschärfung unterstützt.

Das Bündnis werde weiterhin dabei helfen, Ramadi für zurückkehrende Einwohner zu sichern.

(dpa)
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