kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Neu-Delhi: Islamistengruppe bekennt sich zu Anschlägen

zuletzt aktualisiert: 30.10.2005 - 19:22

Neu-Delhi (rpo). Eine bislang unbekannte Extremistengruppe hat sich zu der verheerenden Anschlagsserie in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi bekannt. Die Gruppe nennt sich "Front für den Islamischen Aufstand". Bei den drei Anschlägen waren 58 Menschen ums Leben gekommen, über 200 Personen wurden verletzt.

Ein Anrufer bei einer Nachrichtenagentur in Kaschmir erklärte, er vertrete die Front für den Islamischen Aufstand. Mit den Anschlägen wolle man Aussagen der indischen Sicherheitskräfte widersprechen, nach denen Polizeiaktionen und das Erdbeben vom 8. Oktober die Kämpfer in Kaschmir handlungsunfähig gemacht hätten.

Innenminister Shivraj Patil äußerte sich nicht zu dem Anruf. Er erklärte, die Behörden hätten bereits viele Informationen über die Anschläge gesammelt, könnten diese aber noch nicht veröffentlichen. Die Polizei verhörte mehr als 20 Verdächtige.

Sie erklärte am Sonntag, es werde nach einem jungen Mann gefahndet, der in einem Bus keine Fahrkarte bezahlt und beim Aussteigen eine schwarze Tasche zurückgelassen habe. Der Busfahrer und ein Kontrolleur untersuchten die Tasche und warfen sie aus dem Bus, kurz bevor sie explodierte. Beide wurden verletzt. Die Behörden setzten eine Belohnung von 100.000 Rupien (1.800 Euro) für Hinweise auf die Täter aus.

Die drei Explosionen auf zwei belebten Märkten und vor dem Bus kosteten nach Polizeiangaben vom Sonntag mindestens 59 Menschen das Leben, 210 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh sprach von heimtückischen terroristischen Anschlägen. Die Bomben sollten kurz vor dem Hindu-Fest Diwali Unruhe in der Bevölkerung stiften, sagte Singh im Fernsehen. Die Täter würden damit jedoch keinen Erfolg haben. Indien werde den Terrorismus entschlossen bekämpfen.

Die erste Explosion erschütterte am frühen Samstagabend (Ortszeit) einen belebten Markt in der Innenstadt von Neu-Delhi, als viele Menschen für die Festtage in der kommenden Woche einkauften. Dabei kamen 16 Menschen ums Leben, 60 wurden nach Polizeiangaben verletzt. Wenige Minuten später ereignete sich eine zweite Explosion in der Nähe eines Marktes im südlich gelegenen Viertel Sarojini Nagar. Hier wurden mindestens 43 Menschen getötet. Die dritte Detonation traf den Bus im Stadtteil Govindpuri, neun Menschen wurden verletzt.

Polizei untersucht Sprengstoff

Terrorexperten erklärten, die Art der Anschläge deute auf die in Pakistan ansässige muslimische Organisation Lashkar-e-Tayyaba hin, die in Kaschmir kämpft. Sie soll Verbindungen zur Front für den Islamischen Aufstand haben. Aus Polizeikreisen verlautete, derzeit werde untersucht, ob die Täter den Sprengstoff RDX einsetzten, den auch einige Gruppen in Kaschmir verwendeten.

Nur wenige Stunden vor den Explosionen hatten Indien und Pakistan mit Gesprächen über eine Öffnung der Grenze in der umstrittenen Kaschmir Region begonnen, um Hilfslieferungen an die Erdbebenopfer zu erleichtern.

Die Europäische Union verurteilte die Anschlagsserie. "Ich bin entsetzt über diese scheußlichen Angriffe auf unschuldige Zivilpersonen", erklärte der außenpolitische EU-Repräsentant Javier Solana in Brüssel. Nichts könne solchen Terrorismus rechtfertigen, und die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte in einem Kondolenzschreiben, die barbarischen Akte wenige Tage vor den religiösen Feiertagen offenbarten eine Menschenverachtung, die nicht mehr zu überbieten sei. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, diese Akte wahlloser und menschenverachtender Gewalt seien durch nichts zu rechtfertigen. US-Außenministerin Condoleezza Rice versicherte, man stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Indiens.

Quelle: ap

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Schweiz verabschiedet Steuerabkommen mit Berlin

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Das Schweizer Parlament hat das Steuerabkommen mit Deutschland verabschiedet. mehr 

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Der Iran hat nach Informationen der IAEA in einer verdächtigen militärischen Versuchsanlage Spuren verwischt. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Innenministerkonferenz

Salafisten und Rocker im Visier

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen mit Berlin

Das Schweizer Parlament hat das Steuerabkommen mit Deutschland verabschiedet. Einen Tag nach dem Ständerat stimmte am Mittwoch auch der Nationalrat in Bern der zwischen beiden Ländern vereinbarten Abgeltungssteuer zu. mehr

 

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

 
 

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

 

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

 

Makabre Kunstaktion in Italien

Berlusconi mit Micky-Maus-Pantoffeln im Sarg

Top-Services