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Eskalation in Nahost: Israel bereitet Bodenoffensive vor

zuletzt aktualisiert: 15.11.2012 - 21:10

Gaza-Stadt/Kairo (RPO). Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalen Hamas droht gefährlich zu eskalieren. Israel ruft 30.000 Reservisten ein und  verlegt Truppen näher an die Grenze verlegt. Offenbar bereitet die Regierung eine Bodenoffensive gegen die Hamas vor.

Ziel der Offensive soll die Zerstörung der Raketenstellungen der Hamas sein. Nachdem bei einem palästinensischen Raketenangriff aus dem Gazastreifen im Süden Israels drei Menschen getötet worden waren, hatte die Regierung in Jerusalem ein entschiedenes Vorgehen gegen militante Palästinensergruppen angekündigt.

In Israel waren am Donnerstagabend mindestens ein Dutzend Transporter zu sehen, auf denen Panzer in das Grenzgebiet gebracht wurden. Busse mit Soldaten waren auf dem gleichen Weg. 

30.000 Reservisten

Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, er habe die Streitkräfte ermächtigt, Reservisten einzuberufen. Bis zu 30.000 Soldaten könnten mobilisiert werden, erklärte die Armee. Das seien Vorbereitungen für eine Bodenoffensive im Gazastreifen, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hieß es.

Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen wurde eine Offensive aber immer wahrscheinlicher. Nach israelischen Angaben wurden am Donnerstag fast 150 Raketen auf Israel abgefeuert, einige reichten offenbar bis kurz vor Tel Aviv, wo es Luftalarm gab und die Menschen Deckung suchten. In der Stadt war eine Explosion zu hören, verletzt wurde aber niemand. Nach dem Angriff verstärkte die israelische Luftwaffe ihre Bombardements im Gazastreifen Medienberichten zufolge massiv. Dutzende Ziele seien binnen einer Stunde im Norden des Gebiets am Mittelmeer angegriffen worden, hieß es.

Ägypten nennt israelische Aktion inakzeptabel 

Inmitten der zunehmenden Spannung bezog Ägypten eindeutig Position. Präsident Mursi beorderte Ministerpräsident Kandil in den Gazastreifen. Er sollte dort am Freitag der radikalen Palästinenserorganisation Hamas die Unterstützung Ägyptens bekunden.
Zuvor hatte Mursi schon angekündigt, dass er sich darum bemühen werde, die israelische Offensive gegen die Hamas zu stoppen.

Er sprach dabei von einer inakzeptablen Aktion Israels. Am Mittwoch hatte Ägypten seinen Botschafter in Israel zurückgerufen, um gegen die israelischen Luftangriffe zu protestieren, bei denen bislang mindestens 16 Menschen getötet wurden. Ein Baby sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt mit.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte, er werde alles Notwendige tun, um sein Volk vor Angriffen zu schützen. Er zeigte sich entschlossen, die militanten Gruppen im Gazastreifen zerschlagen zu wollen. Er hoffe, die Hamas habe das verstanden, sagte er. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, die Streitkräfte stünden auch zu einer Bodenoffensive im Gazastreifen bereit, sollte dies als notwendig erachtet werden. 

Internationale Sorge vor Ausweitung des Konflikts 

Auf internationaler Ebene wuchs die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts. "Es ist notwendig, dass jetzt auf Deeskalation gesetzt wird, dass vor allen Dingen besonnen und umsichtig gehandelt wird", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Rande eines Treffens von Außen- und Verteidigungsministern aus fünf EU-Ländern in Paris. Der Außenminister sprach von einer "außerordentlich gefährlichen Lage". Es sei von "großer Bedeutung", dass keine neue "Spirale der Gewalt" entstehe.

In New beriet der UN-Sicherheitsrat über die Lage. Ägypten forderte die USA auf, "die israelische Aggression zu stoppen". Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas brach eine Europareise ab und kehrte ins Westjordanland zurück.

US-Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach den Luftangriffen mit Netanjahu und Mursi gesprochen. Dabei habe Obama seine Unterstützung für das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekundet, teilte das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) mit. Obama habe die Regierung in Jerusalem allerdings auch dazu aufgefordert, zivile Opfer bei dem Militäreinsatz zu vermeiden.

UN-Generalsekretär Ban rief beide Seiten zur Ruhe auf und verlangte die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Die Palästinenser forderten Hilfe von der internationalen Gemeinschaft.

Quelle: APD

 
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