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  Foto: AFP, AFP
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Eskalation im Nahen Osten: Israel bereitet Großangriff auf Hamas vor

zuletzt aktualisiert: 25.12.2008 - 13:44

Kairo (RPO). Die israelische Regierung will der Herrschaft der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen ein Ende setzen. Nach dem Ende der Waffenruhe hatte die Hamas dutzende Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Das will Israel nicht länger hinnehmen. "Es reicht", sagte Außenministerin Lipi Zivni. Die Offensive steht offenbar unmittelbar bevor. 

"Die Situation wird sich ändern", sagte Livni am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo. "Leider" kontrolliere die Hamas den Gazastreifen, "und die Hamas hat sich entschlossen, Israel ins Visier zu nehmen", sagte Livni. "Das muss gestoppt werden, und das werden wir tun." Die Hamas müsse verstehen, dass das Streben Israels nach Frieden nicht bedeute, "dass Israel diese Situation noch länger akzeptiert".

Die Hamas hatte am vergangenen Freitag einen sechsmonatigen Waffenstillstand auslaufen lassen. Seitdem verstärkten sich wieder die Raketenangriffe vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet. Israels Vereidigungsminister Ehud Barak hatte am Mittwochabend gesagt, dafür werde die Hamas einen "hohen Preis" zahlen.

Militante Palästinenser hatten am Mittwoch Dutzende Raketen vom Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert. Israel sagte daraufhin eine für Mittwoch angekündigte Öffnung mehrerer Grenzübergänge zum Gazastreifen ab. Am Dienstag hatte Israel erklärt, aus humanitären Gründen werde die Lieferung "geringer" Mengen von Lebensmitteln, Arznei und Brennstoff ermöglicht.

Bis zum Mittag seien rund 40 Raketen auf Südisrael abgefeuert worden, erklärten die Streitkräfte. Berichte über Verletzte lagen nicht vor. Eine Fabrik, ein Wohnhaus und weitere Gebäude wurden beschädigt. Raketen schlugen unter anderem in der Stadt Aschkelon, 17 Kilometer von der Grenze entfernt, und der Ortschaft Beit Hagdi ein.

Die im Gazastreifen regierende Hamas erklärte, die Raketenangriffe seien eine Reaktion auf den Tod von drei ihrer Kämpfer bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten am Dienstagabend. Nach israelischen Angaben wollten die Männer Sprengsätze am Grenzzaun legen. Die Tötung der drei Kämpfer war der bislang blutigste Zwischenfall seit dem offiziellen Ende eines zuletzt ohnehin kaum noch eingehaltenen Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas am Freitag.

Zwei weitere Hamas-Kämpfer wurden nach Angaben der Organisation bei einer Explosion im Gazastreifen getötet. Sie seien auf einer "heiligen Mission" gewesen, hieß es am Mittwoch. Diese Umschreibung nutzt die Hamas für gewöhnlich, wenn zum Kampf gegen Israel bestimmte Sprengsätze unbeabsichtigt explodierten. In der Stadt Gaza und in Beit Lahija wurden drei Zivilpersonen verletzt. Auch sie wurden offenbar Opfer von Sprengsätzen, die verfrüht detonierten.

Ägypten bemühte sich unterdessen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Husni Mubarak, man habe sich außerdem darauf geeinigt, die Versöhnungsgespräche zwischen der Hamas und der konkurrierenden Fatah voranzutreiben.

Nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen vor 18 Monaten riegelten Israel und Ägypten das Gebiet von der Außenwelt ab. Nach einer Eskalation der Kämpfe Anfang November intensivierte Israel die Blockade noch.

Quelle: AFP

 
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