kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Ramat Shlomo jerusalem afp panorama
  Foto: AFP, AFP
Kommentare ()

US-Vize Joseph Biden verärgert: Israel düpiert die USA

zuletzt aktualisiert: 10.03.2010 - 10:07

Düsseldorf (RPO). Die Ankündigung Israels, 1600 neue Wohnungen für jüdische Siedler zu genehmigen, muss auf US-Vizepräsident Joseph Biden gewirkt haben wie ein Schlag ins Gesicht. Der US-Politiker hatte zeitgleich mit allem Nachdruck für neue Friedensgespräche in Nahost geworben. Nun ist der Ärger groß. Selbst Israels Verteidigungsminister Ehud Barak erschreckt sich.

Der Zeitpunkt hätte ungünstiger nicht platziert sein können: Biden kam gerade aus den Gesprächen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Präsident Schimon Peres. Thema: der Nahost-Friedensprozess und der Versuch, neues Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern herzustellen.

Mit großem Nachdruck hatten die USA sich erneut in Nahost eingeschaltet, um endlich Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zu bringen. Nicht zuletzt deswegen war es der US-Vizepräsident, ein Vertreter der höchsten Ebene, der nach Jerusalem gereist waren. Biden zeigte sich hoffnungsvoll, dass damit begonnen werden könne, das "in den vergangenen Jahren aufgestaute Misstrauen" auszuräumen. Es gebe zwischen den USA und Israel keine Differenzen. 

Inmitten dieser Bemühungen platzte die Bombe: das israelische Innenministerium genehmigte den Bau von 1600 Wohnungen für jüdische Siedler in Ostjerusalemer Stadtteil Ramat Schlomo. Das Gebiet ist seit 1967 von Israel besetzt und wurde später annektiert. Die Palästinenser erheben ebenfalls Anspruch darauf und betrachten es unwiderruflich als Teil eines künftigen eigenen Staates.

Die Reaktionen schwanken zwischen Empörung und Erschrecken. US-Vizepräsident Joe Biden wählte ungewöhnlich scharfe Formulierungen: Die Pläne für die jüdische Siedlung Ramat Schlomo seien genau jene Art von Maßnahme, "die das jetzt notwendige Vertrauen unterwandert und den konstruktiven Gesprächen zuwiderläuft, die ich hier in Israel hatte", erklärte Biden.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Pläne. Damit verstoße Israel gegen internationales Recht, erklärte Ban in New York. Die Siedlungsbestrebungen liefen "jeder Entwicklung zu einem durchführbaren Friedensprozess" zuwider.

Die Palästinenser sprechen von einer "gefährlichen Entscheidung" Israels und bezeichneten sie als "Bedrohung" für die Friedensverhandlungen. Es sei "klar, dass Israel keinen Frieden will", sagte der Sprecher der Palästinensischen Autonomiebehörde, Nabil Abu Rudeina. Die Bemühungen der USA seien "gescheitert".

Israels Innenminister Eli Jischai von der ultra-orthodoxen Schas-Partei versicherte, die Entscheidung habe nichts mit dem Besuch Bidens zu tun. Ein entsprechender Bauplan liege bereits seit drei Jahren vor.

Doch das Kind ist in den Brunnen gefallen: Die USA fühlen sich hintergangen, der mächtige Partner ist düpiert. Der Ärger über den Siedlungsausbau beschränkt sich nicht allein auf das Ausland. Auch in der israelischen Regierung selbst ist man verärgert. Das Verteidigungsministerium von Ehud Barak zeigte sich in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung "verärgert" über die "überflüssige" Ankündigung. Israel arbeite seit Monaten daran, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Verhandlungsparteien zu erreichen. Dies müsse berücksichtigt werden.

Die Nahost-Friedensgespräche liegen seit Israels Militäroffensive im Gazastreifen vor gut einem Jahr auf Eis. Am Wochenende hatten sich die Palästinenser für neue indirekte Gespräche ausgesprochen. Die Siedlungsfrage ist einer der zentralen Streitpunkte im Nahost-Konflikt.

Am Mittwoch will Biden in Ramallah im Westjordanland mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem palästinensischen Regierungschef Salam Fajad zusammenkommen.

Quelle: AFP/RTR

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eurogruppe prüft Athens Sparpaket

Griechenland wartet auf Hilfszahlungen

Eurogruppe prüft Athens Sparpaket

Die Finanzminister der Eurogruppe haben am Donnerstagabend mit der Prüfung eines griechischen Sparpakets begonnen. mehr 

Staatsanwalt kann weiter gegen Linke ermitteln

Immunität aufgehoben

Staatsanwalt kann gegen Linke ermitteln

Zwei Bundestagsabgeordnete der Linken müssen sich weiteren staatsanwaltlichen Ermittlungen stellen. mehr 

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Deutscher gewinnt New Yorker Treppenlauf

Der 27-jährige Thomas Dold aus Baden-Württemberg war beim berühmten Treppenlauf des Empire State Building zum siebten Mal in Folge der ... mehr 

In Großbritannien streiten Parteien über die Freilassung des Hasspredigers Abu Qatada.

Radikaler Islamist auf freiem Fuß

Briten empört über Hassprediger

Der Tory-Hinterbänkler Jason McCartney will 50 Pfund aus eigener Tasche bezahlen, wenn seine Regierung den „gefährlichen Terroristen“ abschiebt. Andere Parlamentarier versprechen der Innenministerin Theresa May den Titel „Nationalheldin“, wenn sie ... Von ALEXEI MAKARTSEV   mehr 

 

Schauspielerin will für Grüne kandidieren

Roseanne will im US-Wahlkampf mitmischen

 

Danny Dayem filmt aus der Protesthochburg

Syrischer Blogger zeigt die Schrecken von Homs

 

UN erwägt Beobachtermission

Assad lässt weiter töten

 

Asma al Assad - Syriens Präsidentengattin

Die Schöne an der Seite des Diktators

 

Unruhen auf den Malediven

Gewalt und Randale nach Regierungswechsel

Top-Services