Verletzung des Luftraums: Israel fliegt Scheinangriffe im Libanon
zuletzt aktualisiert: 31.10.2006 - 13:24Beirut (RPO). Israelische Kampfflugzeuge haben im Libanon Scheinangriffe auf eine Hochburg der Hisbollah im Süden von Beirut geflogen. Mindestens sechs Mal stürzten sich israelische Jets im Tiefflug auf die südlichen Vororte, bevor sie wieder hochzogen. Viele Bewohner reagierten verängstigt, Bomben wurden aber nicht abgeworfen. Es war der deutlichste Beweis für die israelische Luftüberlegenheit seit dem Waffenstillstand am 14. August.
Was der Anlass der israelischen Scheinangriffe war, die rund eine halbe Stunde dauerten, wurde zunächst nicht bekannt. Der Libanon hat mit Unterstützung der Vereinten Nationen schon wiederholt gegen die Verletzung des libanesischen Luftraums durch israelische Kampfflugzeuge protestiert. Die UN sehen darin eine Verletzung des Waffenstillstands vom August, der 34-tägige Kämpfe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee im Südlibanon beendete.
Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, durchbrachen fünf Maschinen über der Hafenstadt Tyrus die Schallmauer. Laut eines weiteren AFP-Korrespondenten zeigten sich UNFIL-Offiziere beunruhigt. Es waren die intensivsten israelischen Tiefflüge über dem Libanon seit dem Ende der israelischen Offensive im Nachbarland Mitte August.
Kritik am Libanon-Einsatz
Seit bekannt wurde, dass die deutschen Marineschiffe nur unter bestimmten Bedingungen in die entscheidende Sechs-Meilen-Zone dürfen, wächst der Unmut in den Regierungsparteien. Der SPD-Verteidigungsexperte Jörn Thießen sagte: "Wenn der Einsatz keinen Effekt bringt, wird das die teuerste Seeübung, die wir bisher gemacht haben."
Sein Parteikollege Rainer Arnold ergänzte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Würde der Libanon nicht kooperativ sein, würde dies das Scheitern des Mandats bedeuten." Der SPD-Außenpolitiker Niels Annen kritisierte vor allem Israel und sagte, Israel dringe regelmäßig in den libanesischen Luftraum ein. Dies seien "Provokationen, die den Waffenstillstand gefährden".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum