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Israel beschränkt erneut Zutritt
Kein Muslim unter 50 darf den Tempelberg betreten

Fotos: Unruhen am Tempelberg in Jerusalem
Fotos: Unruhen am Tempelberg in Jerusalem FOTO: afp, HB/EIS
Jerusalem . Aufgrund der Eskalation der Gewalt hat Israel erneut den Zugang zum Tempelberg in Jerusalem für Muslime beschränkt. Kein Mann im Alter unter 50 Jahren dürfe zu den Freitagsgebeten auf das Gelände, teilten die Behörden mit.

Sie zogen damit die Konsequenz aus den jüngsten Messerattacken gegen Israelis. Bei einem Angriff in Jerusalem war am Donnerstag ein ultraorthodoxer Jude schwer verletzt worden, eine israelische Soldatin erlitt laut Sicherheitskräften bei einer Attacke in Tel Aviv schwere Verletzungen. Im Norden Israels wurde zudem ein israelischer Soldat bei einer Messerattacke verletzt und auch im Westjordanland griff ein Palästinenser einen Israeli an.

Erstmals griff am Freitag ein Israeli Araber an. Der 17-Jährige verletzte vier Kommunalarbeiter arabischer Herkunft in der südlichen Stadt Dimona mit einem Messer und einem Schraubenzieher, berichtete der israelische Rundfunk. Zwei der Opfer erlitten schwere Verletzungen. Der Angreifer wurde festgenommen.

In der Siedlung Kiriat Arba bei Hebron griff ein Palästinenser einen Polizisten mit einem Messer an. Der Beamte erlitt leichte Verletzungen. Der Attentäter entriss ihm die Waffe und versuchte zu fliehen. Andere Beamte schossen ihn nieder und nahmen in fest. Im Zentrum von Jerusalem verletzte ein Palästinenser einen jüdisch-orthodoxen Jugendlichen mit Messerstichen leicht. Die Polizei nahm den Attentäter fest.  

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Donnerstagabend vor Journalisten von einer "Welle des Terrors", mit der sein Land konfrontiert sei. Die Sicherheitsbehörden würden mit aller Härte gegen die Täter und ihre Hintermänner vorgehen.

Die israelischen Behörden hatten erst am Mittwoch bereits zuvor erlassene Einschränkungen beim Zugang für Muslime zum Tempelberg wieder aufgehoben. Nun wurden diese zum muslimischen Freitagsgebet erneut verhängt. Netanjahu verbot allerdings am Donnerstag auch israelischen Politikern den Besuch des Geländes, auf dem bis zum Jahr 70 der Jüdische Tempel stand und wo vor 1300 Jahren die Moschee und der islamische Felsendom errichtet wurden. An der für Juden und Muslime heiligen Stätte entzünden sich immer wieder Konflikte.

(AFP)
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