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Neuer Raketenbeschuss: Israel kündigt Vergeltung an

zuletzt aktualisiert: 01.02.2009 - 16:46

Jerusalem (RPO). Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat der radikalislamischen Hamas offen mit Vergeltung gedroht. Zuvor hatten radikale Palästinenser erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Israel werde darauf "hart und unverhältnismäßig" reagieren, sagte Olmert.

Ehud Olmert droht eine Anklage.  Foto: POOL, AFP
Ehud Olmert droht eine Anklage. Foto: POOL, AFP

Im Bemühen um eine Koordination der internationalen Hilfe für die Bevölkerung im Gazastreifen rief Ägypten die verfeindeten Palästinensergruppen zur Versöhnung auf.

Olmert sagte vor der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem, er habe der Armee die Anweisung gegeben, eine israelische "Erwiderung" auf das Raketenfeuer vorzubereiten. Vier Raketen, die vom Gazastreifen abgefeuert worden waren, explodierten am Sonntagmorgen in Israel. Es gab nach israelischen Angaben weder Verletzte noch Sachschaden. Die Beendigung des Raketenbeschusses war eines der Hauptziele der israelischen Offensive im Gazastreifen, die vor zwei Wochen mit einer Waffenruhe grundsätzlich beendet wurde.

Die radikalislamische Hamas im Gazastreifen kritisierte die Drohung als Teil des israelischen Wahlkampfs. Unter falschem Vorwand solle so wieder eine Eskalation des Konflikts heraufbeschworen werden, erklärte Hamas-Sprecher Taher El Nunu in Gaza.

Die ägyptische Regierung mahnte unterdessen die untereinander zerstrittenen Palästinenserorganisationen - allen voran die Hamas und die als gemäßigt geltende Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas - zur Versöhnung. Die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Gruppen könnten die Hilfsbereitschaft der bis zu 70 Geberländer beeinträchtigen, die am 2. März in Ägypten erwartet würden, sagte der ägyptische Außenamtssprecher Hossam Saki der Zeitung "El Ahram". Die palästinensische Autonomiebehörde unter Abbas besteht darauf, den Wiederaufbau im Gazastreifen zu koordinieren. Allerdings hat die Hamas die Vertreter Abbas' im Juni 2007 aus dem Gazastreifen verjagt und dort die Macht an sich gerissen.

Sowohl Abbas als auch Vertreter der rivalisierenden Hamas wurden zu Vermittlungsgesprächen in Ägypten erwartet. Abbas sollte am Montag den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak treffen. Der Palästinenserpräsident sagte deshalb einen für Montag geplanten Besuch in Tschechien ab, wie das Präsidialamt in Prag mitteilte. Auch die Hamas wollte bis zum Montag eine Delegation nach Kairo schicken, um dort unter anderem weiter über einen dauerhaften Waffenstillstand mit Israel zu verhandeln.

Abbas hat derweil die Anerkennung seiner Autorität zur Vorbedingung von Verhandlungen mit der radikalislamischen Hamas gemacht. Es werde keinen Dialog mit irgendwem geben, der die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO nicht anerkenne, sagte Abbas am Sonntag in einer vom Sender El Arabija übertragenen Pressekonferenz in Kairo. Die Hamas beschuldigte er, mit ihrem Vorgehen im Gazastreifen das Leben, das Blut und die Zukunft des palästinensischen Volkes aufs Spiel gesetzt zu haben. "Und warum? Ganz offen: Für Ziele, die keine palästinensischen sind."

Der im syrischen Exil lebende Hamas-Chef Chaled Maschaal kam am Sonntag zu Gesprächen mit der iranischen Führung in Teheran zusammen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, sollte Maschaal unter anderem Präsident Mahmud Ahmadinedschad treffen. Maschaal besucht regelmäßig den Iran, dessen Regierung einer der wichtigsten Verbündeten der Hamas ist.

Im Golfstaat Katar sammelten Menschen 300 Millionen Dollar (234 Millionen Euro) für den Wiederaufbau von Schulen im Gazastreifen. Im Rahmen einer Benefizsendung im Fernsehen kamen gut 100 Millionen Dollar zusammen, welche von der Frau des Scheichs um das Doppelte aufgestockt wurde, wie die Organisatoren des Spendenaufrufs am Sonntag mitteilten. Durch die israelische Militäroffensive im Gazastreifen Anfang des Jahres wurden nach UN-Angaben mehr als 30 Schulen zerstört. Nach Angaben von palästinensischen Rettungskräften kamen 1330 Menschen ums Leben, darunter 437 Kinder.

Quelle: AFP

 
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