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Israel
Muslimische Männer unter 50 dürfen nicht auf Tempelberg

Israel: Muslimische Männer unter 50 dürfen nicht auf Tempelberg
Gläubige Palästinenser beten in der Altstadt von Jerusalem. FOTO: dpa, OB pat
Jerusalem. Vor einer Woche kam es am Tempelberg zu einem blutigen Anschlag. Aus Sorge vor einer neuen Eskalation nach den Freitagsgebeten hat die israelische Polizei nun muslimischen Männern, die jünger als 50 Jahre sind, den Zugang untersagt.

Nach neuer Gewalt am Tempelberg hat Israel den Zutritt für Muslime zu der heiligen Stätte am Freitag beschränkt. Nur Männer über 50 und Frauen jeden Alters sollten Zutritt haben, teilte ein israelischer Polizeisprecher am Morgen mit. In der Altstadt und im Umkreis seien Polizeikräfte in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Man wolle Freitagsgebete ermöglichen, aber gleichzeitig die Sicherheit gewährleisten.

Fünf Personen am Tempelberg erschossen

Die Lage ist angespannt: Palästinensische Vertreter hatten Muslime dazu aufgerufen, am Freitag in Massen zum Gebet auf dem Tempelberg zu kommen. Am Donnerstagabend waren bei neuen Zusammenstößen unweit des Tempelbergs mehr als 20 Palästinenser verletzt worden. Dutzende Muslime hätten in der Altstadt Steine und Glasflaschen auf Polizisten geworfen, teilte die Polizei mit.

Hintergrund der jüngsten Spannungen sind verschärfte Sicherheitskontrollen für Muslime am Tempelberg. Die Kontrollen mit Metalldetektoren, die von den Palästinensern abgelehnt werden, hatte Israel am Sonntag nach einem blutigen Attentat eingeführt. Drei israelische Araber hatten vor einer Woche zwei Polizisten an einem Zugangstor zum Tempelberg durch Schüsse tödlich verletzt. Anschließend wurden sie selbst erschossen.

Fünf zusätzliche Bataillone

Die Zeitung "Haaretz" berichtete, das israelische Sicherheitskabinett habe am Freitagmorgen beschlossen, die umstrittenen Metalldetektoren vorerst nicht abzubauen. "Israel verpflichtet sich, den Status quo auf dem Tempelberg zu wahren und einen freien Zugang zu den heiligen Stätten zu gewährleisten", hieß es aus Regierungskreisen.

Gleichzeitig müsse man die Sicherheit der Betenden und Besucher auf dem Tempelberg garantieren. Israels Armee hat für den Fall neuer Gewalt fünf zusätzliche Bataillone in Alarmbereitschaft versetzt.

Auslöser einer Welle der Gewalt

Der Tempelberg in Jerusalems Altstadt war immer wieder Brennpunkt religiöser Spannungen. Muslime verehren ihn als "Haram al-Scharif" (Edles Heiligtum). Der Überliefung nach standen dort früher die jüdischen Tempel, heute beten an der Stelle Muslime in der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom mit seiner vergoldeten Kuppel. Der heilige Ort steht offiziell unter muslimischer Verwaltung. An der allein stehengebliebenen Westmauer des ehemaligen jüdischen Tempelbezirks, der Klagemauer, beten die Juden.

Der Streit um die Besuchsrechte, also wer das Plateau betreten und dort beten darf, gilt als Auslöser einer Welle palästinensischer Anschläge, die vor knapp zwei Jahren begann. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle mehr Kontrolle über die heilige Stätte erlangen, Israel weist dies jedoch zurück

(dpa/veke)
 
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