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Nahost-Konflikt
Israel nimmt ranghohen Hamas-Führer fest

Israel nimmt ranghohen Hamas-Führer im Westjordanland fest
Palästinensische Demonstranten fliehen in Gaza Stadt während der Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften vor einer Tränengas-Wolke. FOTO: Wissam Nassar/dpa
Ramallah. Militante Palästinenser sollen erneut Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert haben. Die israelische Luftwaffe reagiert - und die Armee nimmt einen ranghohen Hamas-Führer in Haft.

Israel hat in der Nacht zum Mittwoch einen der ranghöchsten Anführer der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas im Westjordanland festgenommen. Hassan Jussef sei in seinem Haus bei Ramallah in Haft genommen worden, bestätigte eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv.

Nach palästinensischen Medienberichten wurden bei Razzien weitere Hamas-Führer im Westjordanland festgenommen. Als Reaktion auf die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA vor einer Woche hatte der Hamas-Führer Ismail Hanija zu einem neuen Aufstand (Intifada) aufgerufen. Er forderte auch Anschläge im Westjordanland. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein.

Militäreinrichtung der Hamas bombadiert worden

Die israelische Luftwaffe beschoss nach neuen Raketenangriffen militanter Palästinenser erneut ein Ziel im Gazastreifen. Im Süden des Palästinensergebiets am Mittelmeer sei in der Nacht eine Militäreinrichtung der radikal-islamischen Hamas bombardiert worden, teilte eine Armeesprecherin in Tel Aviv am Mittwoch mit. Nach einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa wurden bei dem israelischen Luftangriff drei Menschen verletzt.

Militante Palästinenser hatten nach Armeeangaben am Dienstagabend eine Rakete abgefeuert, die allerdings Israel nicht erreichte. Sie sei noch im Gazastreifen auf freiem Feld eingeschlagen. Später sei eine weitere Rakete in Richtung der israelischen Küstenstadt Aschkelon abgefeuert worden, sagte die Militärsprecherin. Sie sei nicht von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Es gab keine genauen Angaben zum möglichen Einschlagsort.

Demonstrationen in Berlin

Seit der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt vor einer Woche ist es in den Palästinensergebieten zu Unruhen gekommen. Die Proteste auf den Straßen haben sich allerdings inzwischen abgeschwächt. Alle Palästinenserorganisationen haben jedoch für Freitag zu neuen Protesten aufgerufen.

Auch in Deutschland demonstrierten Palästinenser gegen die Entscheidung Trumps. Am Freitag waren bei einer pro-palästinensischen Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin israelische Flaggen verbrannt worden. Zehn Menschen wurden festgenommen, vor allem aber wegen Körperverletzungen und Beleidigungen. Am Sonntag war am Rande eines Protestzuges erneut eine israelische Flagge in Flammen aufgegangen. Gegen einen Verdächtigen wird ermittelt.

Am Dienstagnachmittag protestierten in Berlin erneut einige hundert palästinensische und andere arabische Demonstranten gegen Trump und Israel. Zu Zwischenfällen wie in den Tagen zuvor kam es bei den Protesten am Hauptbahnhof diesmal nicht. Die Polizei hatte wie schon bei der Demonstration am Sonntag jegliches Verbrennen von Gegenständen verboten. Sie war mit insgesamt 400 Beamten im Einsatz. Darunter waren auch Dolmetscher, um zu verhindern, dass Demonstranten Hass-Parolen rufen.

(ate/dpa)
 
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