Fahrzeug im Gazastreifen beschossen: Israel setzt Angriffe auf palästinensische Extremisten fort
zuletzt aktualisiert: 27.09.2004 - 18:14Jerusalem (rpo). Nach dem von Israel initiierten Bombenanschlag auf einen Hama-Funktionär vom Sonntag, wurden die gezielten Angriffe auf Mitglieder militanter palästinensischer Gruppen fortgesetzt. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben.
Bei einem Raketenangriff auf ein Fahrzeug im Gazastreifen wurde ein Mensch getötet, drei Personen erlitten Verletzungen. Es gab mehrere Razzien in den besetzten Gebieten, in Dschenin wurde ein Krankenhaus durchsucht.
Der Tags zuvor bei einem Bombenanschlag in Damaskus getötete Hamas-Funktionär Iss Eldine Subhi Scheik Chalil wurde unterdessen beigesetzt. Rund 3.000 Hamas-Anhänger schworen Rache.
Der Raketenangriff im Gazastreifen galt nach palästinensischen Angaben einen Kleintransporter in Abbassam, östlich von Chan Junis. Er soll einem Mitglied des Volkswiderstandskomitees gehörte haben, einer Dachorganisation militanter Gruppen. Mohamed Abu Nasira sei schwer verletzt worden, hieß es. Der getötete Ali el Schair gehörte ebenfalls der Organisation an.
Israelische Panzerfahrzeuge rückten auch wieder in die Stadt Dschenin und das gleichnamige Flüchtlingslager im Westjordanland ein. Bei einem Schusswechsel wurden drei Palästinenser verletzt. Anschließend durchsuchten Soldaten die private Al-Arasi-Klinik, ohne aber jemanden festzunehmen. Über zwei Flüchtlingslager in Nablus im Westjordanland wurde später ein Ausgehverbot verhängt.
Nahe der jüdischen Siedlung Elon Moreh bei Nablus wurde ein palästinensischer Taxifahrer von einem Siedler erschossen. Der Israeli machte geltend, der Mann haben ihn von der Straße drängen wollen, was palästinensische Augenzeugen bestritten. Der Siedler wurde festgenommen.
Im Flüchtlingslager Chan Junis im Gazastreifen wurde bei einem Schusswechsel zwischen Soldaten und mutmaßlichen Extremisten ein Mann getötet. In der Nähe des Lagers Dschebalija wurden zwei bewaffnete Palästinenser erschossen. Nach Armeeangaben hatten sie sich mit Sprengstoff dem Grenzzaun genähert. Auf die israelische Ortschaft Sderot wurden vom Gazastreifen aus abermals Raketen abgefeuert. Zwei Bewohner erlitten einen Schock.
Israel wirft Syrien weiter vor, Terroristen zu unterstützen. Vizeverteidigungsminister Seew Boim bestätigte indirekt, dass das Attentat in Damaskus in israelischem Auftrag verübt wurde. Boim bezeichnete Syrien in einem Rundfunkinterview als "zentrale Kreuzung" des Terrorismus und den syrischen Staatschef Baschar al Assad als "Verkehrspolizist", der die Ströme auf dieser Kreuzung lenke. Deshalb sei das Land auch "nicht immun gegen unsere Operationen zur Verhinderung von Terrorismus". In Erwartung von Vergeltungsschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor israelischen Vertretungen im Ausland verstärkt.
Barghuti will bei Parlamentswahl kandidieren
Unterdessen erklärte die Frau des in Israel inhaftierten Fatah-Funktionärs Marwan Barghuti, ihr Mann werde bei der nächsten palästinensischen Parlamentswahl als Kandidat antreten.
Als Bevollmächtigte reichte Fadwa Barghuti in Ramallah eine entsprechende Registrierung ein. Ein Wahltermin steht noch nicht fest. Barghuti wurde wegen Anschlägen auf Israelis zu lebenslanger Haft verurteilt.
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