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Flugblätter, Radio, SMS: Israel setzt auf psychologische Kriegsführung

zuletzt aktualisiert: 02.08.2006 - 17:00

Jerusalem (rpo). Krieg wird nicht nur mit Raketen, Panzern und Granaten geführt. Israels Regierung setzt daher im Konflikt mit dem Libanon verstärkt auf Elemente der psychologischen Kriegsführung. Mit Videobotschaften, Flugblättern und SMS-Nachrichten versucht die Regierung in Jerusalem, Einfluss auf die Menschen im Südlibanon zu nehmen. 

Verstärkt hat Israel diese Bemühungen nach der Katastrophe von Kana. Hier waren bei einem Bombenangriff am Wochenende mehr als 50 Zivilisten getötet worden - darunter Dutzende Kinder.

Israels Kriegspropaganda richtet sich sowohl an Kämpfer der Hisbollah als auch an Zivilisten.

  • Israel verschickte tausende SMS an Handys im Libanon. Darin wird der Bevölkerung mitgeteilt, die israelischen Angriffe richteten sich nicht gegen die Zivilbevölkerung, sondern einzig gegen die radikalislamischen Kämpfer der Hisbollah.

  • Vor Angriffen auf Städte und Dörfer im Südlibanon wirft die israelische Luftwaffe Flugblätter für die Einwohner ab. Darauf zu lesen sind Warnungen vor den kommenden Angriffen und ebenfalls Klarstellungen über die Kriegsziele der Israelis.

  • Israelische Militärs hackten sich wiederholt in hisbollah-nahe Radiosender ein. In Zwei-Minuten-Botschaften werden die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederuzulegen. "Höre für einen Moment auf, patriotische Hymnen zuzuhören!", ist in einer dieser Nachrichten zu hören. Und: "Denke nach und komme mit den Füßen wieder auf den Boden!"

  • Auch ein TV-Sender der Hisbollah wurde von israelischen Spezialisten attackiert. Einige Minuten lang war daraufhin statt der üblichen Nachrichten das Foto eines toten Kämpfers mit Gewehr und Patronengürtel zu sehen. In der Unterzeile hieß es auf Arabisch: "Das ist das Bild der Leiche einer Spezialeinheit der Hisbollah". Als nächstes wurde ein Foto des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah eingeblendet mit der Unterzeile "Hisbollah-Mitglied, pass auf!" 

Erfolge dieser Aktionen sind freilich kaum messbar. Harsche Kritik kommt von den Libanesen allerdings an den Flugblättern. Diese würden erst zwei Stunden vor den Angriffen abgeworfen. Aufgrund der zerstörten Straßen und Brücken reiche die Zeit aber nicht, um alle Menschen zu evakuieren.


 
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