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Reaktion auf Anschlag in Tel Aviv
Israel verhängt generelles Einreiseverbot für Palästinenser

Israel verhängt generelles Einreiseverbot für Palästinenser
Israelische Soldaten diskutieren mit einer palästinensischen Familie. FOTO: dpa, sh
Jerusalem . Israel hat nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv reagiert und vorübergehend ein allgemeines Einreiseverbot für alle Palästinenser verhängt. Die Übergänge vom Westjordanland und dem Gazastreifen sind bis Mitternacht am Sonntag nur noch für medizinische und humanitäre Notfälle geöffnet.

Das sagte eine Militärsprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Anschlag in einem beliebten Ausgehviertel von Tel Aviv waren am Mittwoch vier Israelis erschossen worden.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts eine Reihe von Maßnahmen verkündet, darunter den Entzug der Einreisegenehmigung für 80.000 Palästinenser während des islamischen Fastenmonats Ramadan. Zudem kündigte Netanjahu an, hunderte zusätzliche Soldaten ins besetzte Westjordanland zu entsenden.

Der neue Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ordnete des weiteren an, dass die Leichen getöteter palästinensischer Attentäter nicht länger an ihre Familien zur Beerdigung übergeben werden.

Israel, Ostjerusalem und das Westjordanland werden seit vergangenem Herbst von einer Welle der Gewalt erschüttert. Dabei wurden nach AFP-Zählung 207 Palästinenser, 32 Israelis und vier Ausländer getötet.

Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe nutzten. Andere starben bei Protestaktionen gegen die israelische Besatzung des Westjordanlands und Ostjerusalems. Bei dem Angriff in Tel Aviv erschossen zwei palästinensische Cousins vier Gäste eines Cafés, bevor sie von der Polizei gestellt wurden.

(felt/AFP)
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