Zahlreiche Demonstranten in Europa an Abflug gehindert: Israel verhindert pro-palästinensische Protestaktion
zuletzt aktualisiert: 08.07.2011 - 19:10Tel Aviv (RPO). Israel hat am Freitag hunderte pro-palästinensische Aktivisten an der Einreise gehindert. Die internationalen Fluggesellschaften hätten bereits rund 200 Aktivisten einen Flug nach Tel Aviv verwehrt, sagte eine Sprecherin des israelischen Grenzschutzes. Zuvor war bereits eine internationale Hilfsflotte für den Gazastreifen gescheitert.
Nach Angaben der Organisatoren wollten sich 600 Aktivisten, unter ihnen 300 Franzosen sowie weitere Teilnehmer aus Deutschland, Belgien, Großbritannien, den USA und Italien an der Aktion "Fly In - Willkommen in Palästina" beteiligen und am Freitag mit insgesamt 15 Flügen von Europa nach Tel Aviv fliegen. Sie wollten damit an den 9. Juli 2004 erinnern, als der Internationale Strafgerichtshof die von Israel im Westjordanland errichtete Sperranlage für illegal erklärt hatte.
Die israelischen Behörden ließen den internationalen Fluggesellschaften jedoch die Namen von 342 "unerwünschten Personen" zukommen, wie die Sprecherin des Grenzschutzes weiter mitteilte. Sollten die Aktivisten dennoch in Tel Aviv ankommen, würden sie auf Kosten der Fluggesellschaften umgehend zurückgeschickt. Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte erklärt, jedes Land habe das Recht, "Provokateuren" die Einreise zu verweigern.
Die Aktivisten wollten sich am Flughafen von Tel Aviv versammeln, um von dort weiter in die Palästinensergebiete zu fahren. Die Aktion wurde unabhängig von der internationalen Gaza-Hilfsflotte organisiert, die dieser Tage die Blockade des Gazastreifen durchbrechen wollte, aber in den griechischen Häfen von den dortigen Behörden aufgehalten wurde.
Proteste bereits an europüäischen Flughäfen
Am Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle besetzten rund 50 Aktivisten einen Check-in-Bereich, nachdem ihnen unter anderem die Lufthansa den Flug verweigert hatte, wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Angaben der Organisatoren wurden allein in Frankreich etwa 200 Teilnehmer abgewiesen. In Genf wurden etwa 30 Teilnehmer der Aktion von der Billigfluglinie EasyJet am Einstieg gehindert.
Am Flughafen Ben Gurion und der Umgebung hatte Israel ein massives Polizeiaufgebot mobilisiert. Mehr als 500 Polizisten und Grenzschützer seien im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher.
Eine Aktivisten-Sprecherin versicherte, es seien keine Protestaktionen am Flughafen Tel Aviv oder bei der Weiterfahrt in die Palästinensergebiete geplant. Israel behaupte "ohne jede Grundlage, dass diese Personen die öffentliche Ordnung stören und die Konfrontation mit den Sicherheitskräften suchen". Die europäischen Fluggesellschaften machten sich zu "Handlangern" der israelischen Politik.
Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Reinhold Robbe, kritisierte die geplante Masseneinreise. Die Aktivisten wollten "die öffentliche Ordnung stören", erklärte Robbe und sprach von einer "vollkommen überflüssigen Provokation". Es entstehe der Eindruck, die Protestler wollten nicht anderen Menschen helfen, sondern in erster Linie "das Ansehen Israels mit allen Mitteln beschädigen".
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