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Lieferung angeblich für Palästinenser
Israel: Waffenfrachter hatte 40 Raketen geladen

Israel: Waffenfrachter hatte 40 Raketen geladen
Ein israelischer Soldat untersucht die Raketen. FOTO: dpa, ab ase
Eilat. Ein von Israel aufgebrachter Frachter mit einer angeblichen Waffenlieferung an militante Palästinenser hatte nach Angaben des Militärs 40 Raketen mit einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern an Bord.

Das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff war am Mittwoch im Roten Meer abgefangen worden und wurde am Sonntag in der israelischen Hafenstadt Eilat entladen. Bisher hatte Israel die genaue Zahl der angeblich aus dem Iran kommenden Waffen nicht genannt. Am Montag will die Regierung die Ladung öffentlich präsentieren, um damit den Iran anzuprangern, der derzeit mit den fünf Vetomächten und Deutschland über eine langfristige Einstellung seines Atomprogramms verhandelt.

Nach israelischen Angaben waren die Raketen für militante Palästinenser im Gazastreifen bestimmt. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen verlautete aber am Sonntag, dass sie möglicherweise an Extremisten auf der Sinai-Halbinsel gehen sollten. Der Iran und die Palästinenserführung im Gazastreifen streiten ab, etwas mit der Lieferung zu tun zu haben.

Arabische Liga erkennt Israel nicht als "jüdischen Staat" an

Unterdessen hat die Arabische Liga den Palästinensern bei den Friedensverhandlungen mit Israel den Rücken gestärkt. Der Staatenbund wies in einer Resolution am Sonntag die von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geforderte Anerkennung Israels als jüdischen Staat zurück. Ein solcher Schritt würde die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge auf eine Rückkehr und auf Entschädigung untergraben, teilte die Arabische Liga nach einem Treffen ihrer Außenminister in Kairo mit.

In der siebenseitigen Resolution wird Israel für den fehlenden Fortschritt bei den seit vergangenem Sommer laufenden Friedensgesprächen verantwortlich gemacht. Das Thema der palästinensischen Flüchtlinge - sie leben unter anderem in Jordanien, Syrien und dem Libanon - sei ein integraler Bestandteil eines Nahostfriedens, hieß es in dem Dokument weiter. Zudem werden die Vermittler des Nahost-Quartetts für ihr "Scheitern" kritisiert, "irgendeinen Fortschritt zum Umsetzung eines umfassenden und gerechten Friedens" zu erreichen.

Netanjahu hatte vergangene Woche gefordert, dass die Palästinenser als Signal des guten Willens Israel als jüdischen Staat anerkennen sollten. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas lehnte das ab, weil auch er fürchtet, dass dadurch die Rückkehrmöglichkeit für palästinensische Flüchtlinge und die Rechte der arabischen Minderheit in Israel beschnitten werden könnten.

 

(ap)
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