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Gazastreifen Panzer Panorama ap 2008
  Foto: AP, AP
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Krise in Nahost: Israel will Hamas vollständig vernichten

zuletzt aktualisiert: 30.12.2008 - 06:46

Gaza (RPO). Auch in der Nacht zum Dienstag sind die Straßen im Gazastreifen mit Blut getränkt worden. Bei neuen Luftangriffen durch Israel wurden nach Angaben von palästinensischen Rettungskräften mindestens zehn Menschen getötet und 40 verletzt. Die Regierung in Jerusalem will die Angriffe so lange fortführen, bis die Hamas vollständig vernichtet sei, wie die israelische Botschafterin bei den Vereinten Nationen erklärte.

Die Offensive werde andauern, bis dieses Ziel erreicht sei, sagte Gabriela Schalew am Montag in New York. Die Regierung in Jerusalem sei angesichts der internationalen Kritik an den Angriffen zwar besorgt, "aber zuallererst haben wir das Recht, uns zu verteidigen", sagte die UN-Botschafterin. "Das kommt noch vor dem Verständnis der internationalen Gemeinschaft, das wir hoffentlich bekommen."

Der Tod von Zivilpersonen sei bedauerlich, für das Blutvergießen sei aber die Hamas verantwortlich, erklärte Schalew. Die radikalislamische Organisation benutze Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde. "Schuld ist nur die Hamas", sagte die Botschafterin.

Eine Wiederaufnahme des in den vergangenen Monaten gültigen, aber brüchigen Waffenstillstandes komme für Israel nicht infrage. Die Hamas müsse sich verpflichten, "keine Raketen mehr abzufeuern und nicht mehr auf israelische Bürger zu schießen".

Moon fordert Waffenstillstand

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte einen sofortigen Waffenstillstand und rief die internationale Gemeinschaft zu entschiedenem Handeln auf, um den Konflikt zwischen Israel und der Hamas zu beenden.

Der Offensive sind nach palästinensischen Angaben seit Samstag mindestens 364 Menschen zum Opfer gefallen. Unter den Todesopfern sind den Vereinten Nationen zufolge 62 Zivilpersonen. Rund 1400 Menschen erlitten Verletzungen.

Bei Raketenangriffen militanter Palästinenser wurden am Montag vier Israelis getötet und acht verletzt. Die Geschoße trafen die Stadt Aschdod, die Gemeinde Nahal Os in der Wüste Negev und die Stadt Aschkelon. Nach Militärangaben war unter den Getöteten auch ein Soldat. Fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Ban erklärte am Montag in New York, sowohl Israel als auch die Palästinenser müssten alle Gewalt stoppen und den Tod von Zivilpersonen verhindern. Der UN-Generalsekretär kritisierte erneut einen "übermäßigen Einsatz von Gewalt" durch die israelischen Streitkräfte und betonte, beide Seiten müssten die Gewalt beenden.

Die Regierung in Jerusalem habe ihm zugesichert, dass Hilfsgüter und Helfer in den Gazastreifen gelassen würden. Ein Ende der Angriffe sei aber nicht versprochen worden, sagte Ban.

Die Regierungen im Nahen Osten und die internationale Gemeinschaft müssten mehr tun, um den Konflikt beizulegen, forderte Ban weiter. Die bisherigen Bemühungen seien nicht ausreichend gewesen. Er appellierte an die arabischen Außenminister, die am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung in Kairo zusammentreffen, "schnell und entschieden zu handeln, um diese ausweglose Situation zu einem raschen Ende zu bringen".

Die EU-Außenminister treffen wegen der Krise im Nahen Osten am heutigen Dienstag in Paris zu einer Sondersitzung zusammen.

Quelle: AP

 
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