Nach Einmarsch in Flüchtlingslager: Israelischer Minister kündigt weitere Militäreinsätze an
zuletzt aktualisiert: 08.03.2004 - 08:20Jerusalem (rpo). Nach dem blutigen Einmarsch in ein palästinensisches Flüchtlingslager hat der israelische Vize-Verteidigungsminister Zeev Boim weitere Militäreinsätze im Westjordanland und im Gazastreifen angekündigt.
"Seit Monaten sind wir mit einer Situation konfrontiert, wo es durchschnittlich 50 Mal am Tag Alarm gibt wegen geplanter Attentate bewaffneter palästinensischer Organisationen, und das einzige Mittel, sie davon abzubringen, ist die Fortsetzung unserer Operationen gegen sie", sagte Boim am Montag im israelischen Rundfunk.
Vorwürfe, bei dem Militäreinsatz in der Nacht zum Sonntag im Gazastreifen habe es sich um ein Massaker gehandelt, wies er zurück. Die meisten der Opfer seien Angehörige der radikalen Organisationen Hamas und Fatah-Tansim gewesen. Die getöteten Jugendlichen seien "nicht wirklich unschuldig". Sie seien "dem Aufruf der Moscheen gefolgt, um die Terroristen zu unterstützen".
In der Nacht zum Sonntag waren etwa 30 israelische Panzer und Geländewagen in das Flüchtlingslager El Bureidsch eingedrungen, unterstützt von zwei Apache-Kampfhubschraubern aus der Luft. Bei stundenlangen Gefechten zwischen Soldaten und Palästinensern wurden nach palästinensischen Krankenhausangaben 14 Palästinenser getötet und mindestens 81 verletzt.
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