Vor Friedensgesprächen: Israels Außenminister dämpft Hoffnungen
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 19:32Jerusalem (RPO). Israels Außenminister Avigdor Liebermann glaubt nicht an einen baldigen Frieden im Nahen Osten. Es gebe kaum Chancen auf einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern innerhalb eines Jahres.
"Es ist angebracht, die Erwartungen zurückzufahren und realistisch zu werden", sagte der rechte Politiker am Mittwoch im israelischen Rundfunk. Es gebe kein magisches Rezept für die schnelle Lösung der vertrackten Probleme um Jerusalem, die Siedlungen im Westjordanland und palästinensische Flüchtlinge.
Nach zweijähriger Verhandlungspause nehmen Israelis und Palästinenser am Donnerstag kommender Woche die direkten Friedensgespräche nach Bemühungen der USA wieder auf. Binnen eines Jahres sollen alle Streitfragen geklärt und eine Zweistaatenlösung verwirklicht werden, wie US-Außenministerin Hillary Clinton vergangene Woche sagte.
Zerreißprobe für Verhandlungen
Das Ende des zehnmonatigen israelischen Siedlungsbaustopps am 26. September im Westjordanland könnte zur Zerreißprobe für die neuen Friedensverhandlungen werden. Abbas hatte einen sofortigen Abbruch angekündigt, falls die Israelis die Bauarbeiten in dem seit 1967 besetzten Gebiet wieder aufnehmen würden.
Lieberman sagte, auch unmittelbar nach Ablauf des Baustopps könnten 2000 neue Häuser im Westjordanland gebaut werden. Die US-Regierung hat inzwischen aufgegeben, explizit ein Ende der israelischen Bautätigkeit zu fordern. Die Koalition von Regierungschef Benjamin Netanjahu ist mehrheitlich für die Siedlungen.
Seit dem Ende des Sechstagekriegs haben sich im Westjordanland und im ebenfalls eroberten Ost-Jerusalem, das von den Palästinensern beansprucht wird, etwa 500.000 Siedler niedergelassen.
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