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Türkei
Tote bei Anschlägen in Istanbul

Istanbul: Mindestens vier Tote bei Angriffen auf Polizei
Ein türkischer Polizist in Sultanbeyli - dem Stadtteil, in dem am Montagmorgen Anschläge verübt wurden. FOTO: afp, OZN/vel
Istanbul. Bei Anschlägen in Istanbul sind mehrere Menschen getötet worden. In der Nacht zum Montag hat es einen Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache sowie Angriffe auf Beamte der Spurensicherung und auf das US-Konsulat gegeben. Auch im Südosten der Türkei soll es einen tödlichen Anschlag gegeben haben.  

Bei mehreren Anschlägen in der türkischen Metropole Istanbul sind laut der Nachrichtenagentur AFP vier Menschen ums Leben gekommen. Zuerst hätten Unbekannte einen Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im asiatischen Stadtteil Sultanbeyli verübt. Das meldete die Nachrichtenagentur Anadolu. Wenig später seien dann Beamte der Spurensicherung in Sultanbeyli und gleichzeitig das US-Konsulat im europäischen Teil Istanbuls mit Schusswaffen angegriffen worden. 

Im Südosten der Türkei sind laut Medienberichten einige Stunden später mindestens vier türkische Polizisten bei einer Bombenexplosion getötet worden. Der Anschlag ereignete sich in der Region Silopi in der an den Irak und Syrien grenzenden Provinz Sirnak, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. 

Mehrere Menschen getötet

Bei dem Autobombenanschlag in Sultanbeyli starb der Attentäter, zehn Polizisten wurden verletzt. Nach dem Angriff auf die Spurensicherung am Morgen entwickelte sich zudem ein Feuergefecht zwischen Polizisten und Angreifern, bei dem Medienberichten zufolge zwei mutmaßliche Täter und ein Polizist starben.

Nach dem Anschlag auf das US-Konsulat, bei dem niemand verletzt wurde, konnten die mutmaßlichen Angreifer - eine Frau und ein Mann - zunächst flüchten. Die Frau wurde Medienberichten zufolge kurze Zeit später festgenommen.

Wenig später sind bei einer Bombenexplosion im Südosten der Türkei laut Medienberichten mindestens vier türkische Polizisten getötet worden. Der Anschlag ereignete sich in der Region Silopi in der an den Irak und Syrien grenzenden Provinz Sirnak, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. 

Die türkische Regierung hat inzwischen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für den Selbstmordanschlag auf die Polizeiwache in Istanbul verantwortlich gemacht. Das sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Der Beamte beschuldigte zudem eine radikale Marxistengruppe, für den Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul verantwortlich zu sein. Es gebe eine "Verbindung" zwischen den Schüssen auf das Konsulat und der Gruppe DHKP-C. Die Gruppe hatte vor zwei Jahren bereits einen Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt.

Bisher 390 Kurdenkämpfer bei Luftangriffen getötet

Die USA nutzen seit Sonntag den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für ihren Lufteinsatz gegen den IS. Washington hatte den NATO-Verbündeten Türkei seit langem gedrängt, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen, worauf Ankara bislang ausweichend reagierte. Diese Haltung änderte sich nach einem Anschlag mit 32 Toten in der türkischen Stadt Suruc, für den die türkische Regierung den IS verantwortlich machte. Die Türkei flog daraufhin einige Luftangriffe gegen den IS in Syrien.

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gab Ankara eine Mitschuld an dem Anschlag von Suruc und begann mit einer neuen Welle von Anschlägen auf türkische Polizisten und Soldaten. Die Regierung reagierte mit Luftangriffen gegen PKK-Stellungen im Nordirak. Dabei wurden nach amtlichen türkischen Angaben bisher 390 Kurdenkämpfer getötet. Bei landesweiten Razzien nahm die Polizei in den vergangenen Wochen zudem viele kurdische und linke Aktivisten fest.

Bei den beiden getöteten Angreifern handele es sich um eine Frau und einen Mann, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Der getötete Polizist sei der Leiter des Bombenentschärfungsteams gewesen. Zunächst blieb unklar, wer die Tat begangen hat.

(dpa, AFP)
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