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Daten inzwischen wieder offline: Italien: Alle Steuerdaten landeten im Netz

zuletzt aktualisiert: 01.05.2008 - 18:16

Rom (RPO). Aufregung ums Steuergeheimnis in Italien: Unter Berufung auf ein Gesetz von 1972 hat das dortige Finanzministerium sämtliche Steuererklärungen aus dem Jahr 2005 im Internet veröffentlicht. Vor allem die Steuererklärungen diverser Prominenter stießen auf reges Interesse.

Obwohl die Website am Donnerstag nicht mehr zugänglich war und der Datenschützer Francesco Pizetti die Aktion untersagte, blieben viele Daten in Umlauf - die Tageszeitung "La Stampa" hatte bereits zahlreiche Steuererklärungen heruntergeladen und in ihrer Donnerstagsausgabe veröffentlicht.

Während die staatlichen Stellen um die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung alter Steuerdaten stritten, delektierten sich die Leser an den Einzelheiten. So ist den Datensätzen des Finanzministeriums zu entnehmen, dass der Luxus-Produzent Giorgio Armani mit seinem Mode- und Parfum-Imperium für 2005 Einkünfte von mehr als 44 Millionen Euro anmeldete - und dafür 19 Millionen Euro Steuern abführte. Hinter Armani firmieren Domenico Dolce und Stefano Gabbana mit 29 Millionen Euro Einkünften und zwölf Millionen Euro Steuern.

Die Veröffentlichung der 40 Millionen Steuererklärungen aus dem Jahr 2005 sorgte blitzschnell für Furore. Wenige Stunden nach dem Beginn der Online-Verfügbarkeit am Mittwochmorgen brach die Website unter dem Ansturm der Maus-Klicks zusammen. "Ganz Italien hat 'Klick' gemacht", titelte "La Stampa", die eine Auswahl der Gutbetuchten abdruckte. Demnach führt der AC-Florenz-Stürmer Christian Vieri die Hitliste der Sportler mit 22 Millionen Euro Einkünften vor Francesco Totti vom Konkurrenzclub aus Rom (zehn Millionen Euro) an. National-Trainer Roberto Donadoni gab ein vergleichsweise bescheidenes Einkommen von 416.000 Euro an.

Der Schauspieler Roberto Benigni steht mit 3,5 Millionen Euro in der Rubrik Kino an der Spitze. Die meiste Aufregung gab es zunächst um die Veröffentlichung der Einkünfte des Humoristen Beppe Grillo (knapp 4,3 Millionen Euro). Grillo verurteilte die "Esel" aus der Regierung des scheidenden Ministerpräsidenten Romano Prodi, die für diese "Dummheit" verantwortlich seien. Mit der Veröffentlichung der Daten erleichterten die Verantwortlichen die Arbeit der Mafia, erklärte Grillo.

"Ich habe mich lediglich an das Gesetz gehalten", rechtfertigte sich Vize-Finanzminister Vincenzo Visco. Die gesetzliche Bestimmung, auf die er sich bezog, stammt aus dem Jahr 1972 und damit aus der Vor-Internet-Ära. Datenschützer Pizetti, der den Zugang zu der Website sperren ließ, vertrat die Ansicht, für die Veröffentlichung gebe es keine rechtliche Grundlage. Pizetti, der zugleich Verfassungsrechtler ist, verwies darauf, dass die einmal im Internet veröffentlichten Daten mit Hilfe von Suchmaschinen auf unbegrenzte Zeit zugänglich seien.

Quelle: afp

 
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